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Deutsche Bahn und Stahlbau wollen Infrastruktur schneller modernisieren
Die Deutsche Bahn, der Deutsche Stahlbau-Verband und bauforumstahl wollen ihre Zusammenarbeit bei der Modernisierung der Schieneninfrastruktur ausbauen. Bei einem Branchendialog in Berlin verständigten sich die Beteiligten darauf, Planungs-, Vergabe-, Regelwerks- und Bauprozesse künftig enger aufeinander abzustimmen.
Infrastruktur als Gemeinschaftsaufgabe
Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen der kommenden Jahre. Diskutiert wurden langfristige Projektplanung, Stahl- und Fertigungskapazitäten, Vergabemodelle, technische Regelwerke sowie der Einsatz CO₂-reduzierter Stahlprodukte. Beide Seiten betonen, dass Infrastrukturmodernisierung nur mit frühzeitiger Zusammenarbeit von Auftraggebern und Industrie gelingen kann.
Kapazitäten sind vorhanden
Nach Angaben der Branche verfügen zertifizierte Unternehmen in Deutschland über erhebliche Fertigungs- und Montagekapazitäten. Jährlich könnten zwischen 226.000 und 399.500 Tonnen Stahlbau für Verkehrsbrücken hergestellt werden. Das liegt deutlich über der im Jahr 2024 tatsächlich verbauten Stahlmenge von 100.524 Tonnen.
Projektpipelines bleiben entscheidend
Damit vorhandene Kapazitäten wirksam genutzt werden können, braucht es verlässliche Projektpipelines und planbare Verfahren. Eine frühzeitige Einbindung der Industrie soll helfen, Bauprozesse effizienter zu gestalten, Doppelprüfungen zu reduzieren und Planungen zu vereinfachen.
Vergabe und Regelwerke im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf modernen Vergabemodellen und technischen Regelwerken. Diskutiert wurden funktionale Ausschreibungen, partnerschaftliche Planungsansätze und die Weiterentwicklung bestehender Vorgaben. Ziel ist es, Auftraggeber, Industrie und Wissenschaft früher zusammenzuführen und Regelwerke praxisnah fortzuentwickeln.
Stahlindustrie im Wandel
Auch die Transformation der Stahlproduktion spielt eine Rolle. Bereits heute wird rund 30 Prozent des Baustahls über die Elektrostahlroute hergestellt. Bis 2045 sollen die CO₂-Emissionen der Stahlproduktion in Deutschland um mehr als 95 Prozent sinken. Standards wie der europäische LESS-Standard sollen CO₂-arme Stahlprodukte transparent einordnen.
Dialog soll fortgesetzt werden
Der Branchendialog soll den Auftakt für einen kontinuierlichen Austausch bilden. Ziel ist es, industrielle Kapazitäten, technologische Kompetenz und effiziente Prozesse besser zu verbinden. Damit soll die Modernisierung der Schieneninfrastruktur schneller, wirtschaftlicher und planbarer umgesetzt werden.