Zementfreier Beton erhält Umweltproduktdeklaration

Zementfreier Beton erhält Umweltproduktdeklaration Bild: stock.adobe.com

Zementfreier Beton erhält Umweltproduktdeklaration

  • Hochbau
  • 3 Min

Ein zementfreier Beton hat in Deutschland erstmals eine offizielle Umweltproduktdeklaration erhalten. Nach Angaben von MC-Bauchemie verfügt Earth Friendly Concrete damit über eine anerkannte Bewertung seiner Umweltwirkungen und ist zugleich für den praktischen Einsatz im Hoch- und Tiefbau zugelassen. Das Material wurde vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen.

Bis zu 75 Prozent weniger CO₂

Der Beton kommt vollständig ohne Zement aus. Stattdessen werden alternative Rohstoffe eingesetzt, die mithilfe spezieller Aktivatoren reagieren und die Funktion des klassischen Bindemittels übernehmen. Nach Unternehmensangaben lassen sich die CO₂-Emissionen gegenüber konventionellen Betonen um bis zu 75 Prozent senken. In der Festigkeitsklasse C50/60 erreicht der Baustoff zudem die höchste Nachhaltigkeitsstufe des Concrete Sustainability Council.

Technische Leistungsfähigkeit im Fokus

Neben der CO₂-Reduktion soll der Beton eine hohe chemische Widerstandsfähigkeit bieten. Dies kann sich positiv auf die Lebensdauer von Bauwerken auswirken und den Instandhaltungsaufwand reduzieren. Der Hersteller sieht Einsatzmöglichkeiten in nahezu allen üblichen Betonanwendungen, darunter erdfeuchte und fließfähige Fertigteile sowie Transportbeton.

Einsatz auch bei hohen Belastungen

Nach Angaben von MC-Bauchemie ist der Baustoff auch für anspruchsvolle Anwendungen mit hoher chemischer Belastung geeignet, etwa in der Expositionsklasse XA3. Für Bauunternehmen und Fertigteilhersteller können sich dadurch neue Möglichkeiten bei Infrastrukturprojekten, Wasserbauwerken und langlebigen Bauteilen ergeben.

Relevanz für Ausschreibungen

Umweltproduktdeklarationen gewinnen bei Ausschreibungen und Nachhaltigkeitsbewertungen von Gebäuden an Bedeutung. Mit der ersten deutschen EPD für einen zugelassenen zementfreien Beton erhält die Diskussion um klimafreundliche Baustoffe zusätzlichen Impuls. Ob sich das Material breiter am Markt durchsetzt, dürfte vor allem von Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit und den Anforderungen öffentlicher sowie privater Auftraggeber abhängen.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer