Wohnungsbau erholt sich: Neue Aufträge zu erwarten?

Wohnungsbau erholt sich: Neue Aufträge zu erwarten? Bild: stock.adobe.com

Wohnungsbau erholt sich: Neue Aufträge zu erwarten?

  • Hochbau
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Der Wohnungsbau in Deutschland zeigt 2025 erstmals seit Jahren wieder Erholungssignale. Bundesweit wurden 238.500 Wohnungen genehmigt, damit wurde nach drei Jahren erstmals wieder Wachstum erreicht. Besonders der Geschosswohnungsbau legte zu und bleibt ein zentraler Treiber für den Mietwohnungsmarkt, während die Branche insgesamt von einer vorsichtigen Trendwende spricht.

Branche sieht Signal, aber keine Entwarnung

Verbände bewerten den Anstieg der Genehmigungen überwiegend positiv, ordnen ihn jedoch als ersten Schritt ein. Aus Sicht des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes sei der Negativtrend gebrochen und Bauherren sowie Investoren fassten wieder mehr Vertrauen. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen sieht ebenfalls das Ende der Abwärtsbewegung, betont jedoch, dass die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum das Angebot weiterhin deutlich übersteigt, insbesondere in Ballungsräumen.

Genehmigungen führen nicht automatisch zu Baustellen

Für Bauunternehmen bleibt entscheidend, ob genehmigte Projekte tatsächlich umgesetzt werden. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie weist darauf hin, dass nicht alles Genehmigte gebaut werde und sich politische Erfolge an den Fertigstellungen messen lassen müssten. Als Hemmnisse gelten hohe Finanzierungskosten, hohe Baukosten, anspruchsvolle Standards und unsichere Investitionsbedingungen; zudem meldet laut Branchenumfragen weiterhin rund die Hälfte der Unternehmen einen Auftragsmangel im Wohnungsbau.

Forderungen und politischer Blick

Die Branche verlangt verlässliche Förderbedingungen, weniger Bürokratie und wirtschaftlich umsetzbare Baustandards; vereinfachte Bauweisen wie der Gebäudetyp E gelten dabei als möglicher Hebel. Die Bundesregierung bewertet die Entwicklung deutlich optimistischer und sieht in fast elf Prozent mehr Baugenehmigungen 2025 den Beginn der Trendwende; Förderprogramme, beschleunigte Genehmigungsverfahren und geplante Gesetzesnovellen sollen den Trend absichern.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer