Bayerisches Baugewerbe bleibt ohne Frühjahrsbelebung

Bayerisches Baugewerbe bleibt ohne Frühjahrsbelebung Bild: stock.adobe.com

Bayerisches Baugewerbe bleibt ohne Frühjahrsbelebung

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Der Landesverband Bayerischer Bauinnungen sieht keine Erholung der Baukonjunktur im Jahr 2026. Präsident Georg Gerhäuser verweist auf gestiegene Dieselpreise, höhere Kosten für erdölbasierte und energieintensive Baustoffe sowie weiter sinkende Auftragsbestände. Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz komme nach Einschätzung des Verbands bislang kaum in der Praxis an.

Geschäftslage bleibt schwach

Nur 13,3 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage positiv, nach 15 Prozent im Vorjahr. Besonders angespannt ist die Situation im Öffentlichen Hochbau. Dort bezeichnen nur 2,5 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, mehr als 76 Prozent als schlecht. Im Wohnungsbau zeigt sich eine leichte Verbesserung, dennoch stufen 48,7 Prozent der Unternehmen ihre Lage weiterhin als schlecht ein.

Aufträge reichen oft nur kurz

Mehr als die Hälfte der Betriebe verfügt über alle Bausparten hinweg nur noch über Aufträge für bis zu zwei Monate. Im Öffentlichen Hochbau melden 72,5 Prozent der Unternehmen zu wenige Aufträge. Auch die Wirkung politischer Maßnahmen bleibt begrenzt: 50,2 Prozent der Betriebe spüren vom Bau-Turbo keine Effekte, weitere 23,8 Prozent können diese nicht beurteilen.

Kosten und Fachkräfte bremsen Bautätigkeit

Fehlende Aufträge und Arbeitskräftemangel bleiben die wichtigsten Hemmnisse. 51,3 Prozent der Betriebe nennen zu wenige Aufträge, 58,2 Prozent fehlende Arbeitskräfte. Zusätzlich belasten Preissteigerungen und erste Lieferschwierigkeiten bei Baumaterial. 96,4 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Einkaufskosten. Rund die Hälfte rechnet für 2026 mit sinkenden Umsätzen.

Genehmigungen geben begrenzte Hoffnung

Das Genehmigungsvolumen für Wohnungen stieg in Bayern von Januar bis März 2026 gegenüber dem Vorjahr um 12,1 Prozent. Der Verband wertet dies als positives Signal auf niedrigem Niveau, verweist aber darauf, dass Genehmigungen erst mit Verzögerung zu Fertigstellungen führen. Gefordert werden Investitionsanreize, eine erleichterte Sonderabschreibung im Mietwohnungsneubau, eine Absenkung auf den EH-55-Plus-Standard sowie steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Selbstnutzer.