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Warnwesten genügen im Arbeitsschutz nicht immer
Ein aktueller Test des ADAC zeigt Mängel bei Warnwesten. Demnach reflektierten 60 Prozent der geprüften Modelle kaum oder gar nicht. Bei den durchgefallenen Produkten handelte es sich laut Automobilclub um günstige Käufe aus dem Internet. Warnwesten gehören zwar in jedes Auto und zählen für viele Beschäftigte zur persönlichen Schutzausrüstung, sie müssen jedoch in jedem Fall die Anforderungen der EN ISO 20471 für Warnschutz der Klassen 1 und 2 erfüllen.
Unternehmen tragen Verantwortung bei der Auswahl
Der VTH Verband Technischer Handel weist darauf hin, dass Unternehmen bei der Produktauswahl kein Risiko eingehen sollten. Nach Angaben des Verbands bietet der Technische Handel branchenspezifische Beratung und prüft, ob Westen die Anforderungen der Norm tatsächlich erfüllen. Zugleich bleibt die Verantwortung bei den Betrieben. Sie müssen eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und auf dieser Grundlage entscheiden, welche Schutzkleidung erforderlich ist.
Bei höherem Risiko reicht die Weste nicht aus
Für allgemeine Tätigkeiten kann eine Warnweste ausreichen, solange keine besonderen Gefährdungen vorliegen. Bei höherem Gefährdungsgrad ist nach den Vorgaben jedoch Warnschutzkleidung erforderlich, die den ganzen Körper bedeckt. Einheitliche Lösungen für alle Branchen gelten dabei als wenig praktikabel, weil die Risiken je nach Tätigkeit und Einsatzort unterschiedlich sind. Wenn Beschäftigte mehreren Gefährdungen gleichzeitig ausgesetzt sind, wird Multinormschutz als wirtschaftlich sinnvoller Standard eingeordnet, weil er verschiedene Einzelkleidungen ersetzen kann.
Neue Technologien erweitern den Warnschutz
Im Bereich Warnschutz zeichnen sich mehrere technologische Entwicklungen ab. Dazu zählen Textilien mit integrierten LEDs oder aktiver Beleuchtung, die die Sichtbarkeit unabhängig von Fremdlicht verbessern sollen. Auch Sensorik-Lösungen, die Bewegungen, Körperdaten oder Umgebungsbedingungen erfassen und in Echtzeit Warnsignale senden, gewinnen an Bedeutung. Parallel werden Hochleistungsfasern entwickelt, die leichter, atmungsaktiver und zugleich widerstandsfähiger sind.