Verbände warnen vor Kürzungen bei Wohnungsbauförderung

Verbände warnen vor Kürzungen bei Wohnungsbauförderung Bild: stock.adobe.com

Verbände warnen vor Kürzungen bei Wohnungsbauförderung

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Die geplanten Kürzungen der Wohnungsbauförderung stoßen in der Bau- und Wohnungswirtschaft auf deutliche Kritik. Ein breites Bündnis führender Branchenverbände warnt, dass geringere Fördermittel zahlreiche Neubau- und Sanierungsprojekte ausbremsen oder verhindern könnten. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Baustoffindustrie drohen damit neue Auftragsrückgänge und wirtschaftliche Unsicherheit.

Weniger Mittel für den Neubau

Nach Angaben des Verbändebündnisses sollen im Jahr 2027 allein für den Wohnungsneubau rund 1,4 Milliarden Euro weniger Fördermittel zur Verfügung stehen als im laufenden Jahr. Die Organisationen sehen darin eine Verschärfung der bestehenden Krise im Wohnungsbau. Bereits genehmigte Projekte könnten auf Eis gelegt werden, wenn Investoren Kalkulationen neu bewerten oder Finanzierungen nicht mehr tragfähig sind.

Brandbrief an Politik

In einem gemeinsamen Brandbrief an Bundesregierung und Bundestag kritisieren die Verbände die geplanten Einsparungen scharf. Aus ihrer Sicht würden zahlreiche Neubau-, Sanierungs- und Investitionsvorhaben gestrichen oder gar nicht erst begonnen. Die Folge wären sinkende Bauaktivitäten und zusätzliche Belastungen für die gesamte Wertschöpfungskette vom Bauunternehmen über das Handwerk bis zur Baustoffindustrie.

Risiken für Unternehmen und Fachkräfte

Die Verbände warnen zudem vor Kapazitätsabbau und weiteren Insolvenzen. Weniger Bauaufträge könnten Unternehmen dazu zwingen, Personal und Strukturen abzubauen. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass qualifizierte Fachkräfte die Branche verlassen und kurzfristig nicht zurückgewonnen werden können. Für viele Betriebe wäre das nach mehreren schwierigen Jahren ein weiterer Rückschlag.

Planungssicherheit bleibt zentral

Das Bündnis kritisiert außerdem, dass die Kürzungen den politischen Signalen für mehr Wohnungsbau widersprechen. Noch im Juni hatte die Bundesregierung auf einer Investorenkonferenz neue Perspektiven für den Wohnungsbau thematisiert. Nun sehen die Verbände das Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen gefährdet. Wohnungsbau brauche langfristige Planungssicherheit von Finanzierung und Genehmigung bis zur Fertigstellung.

Forderungen nach Reformen

Neben dem Erhalt der Fördermittel fordert das Verbändebündnis schnellere strukturelle Reformen. Dazu zählt insbesondere das angekündigte Gebäudetyp-E-Gesetz, das Baukosten senken und Genehmigungen vereinfachen soll. Zusätzlich sprechen sich die Verbände für Änderungen bei der Sonderabschreibung aus und kritisieren Kürzungen bei der energetischen Modernisierung.

Folgen für Bestand und Klimaziele

Aus Sicht der Branche erschweren geringere Mittel für energetische Modernisierung Investitionen in den Gebäudebestand. Zugleich könnten sie die Klimaziele im Gebäudesektor gefährden. Die Verbände sehen die Wohnungsbauförderung deshalb nicht nur als konjunkturelles Instrument, sondern als Voraussetzung für bezahlbaren Wohnraum, stabile Baukapazitäten und eine erfolgreiche Transformation des Gebäudebestands.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer