Bauwirtschaft steht unter Druck im Wettbewerb um Fachkräfte

Bauwirtschaft steht unter Druck im Wettbewerb um Fachkräfte Bild: stock.adobe.com

Bauwirtschaft steht unter Druck im Wettbewerb um Fachkräfte

  • Dienstleistungen
  • 5 Min

Der Fachkräftemangel bleibt für die Bauwirtschaft eine große Herausforderung. Nach dem Gehaltsreport Bau und Energie von Hays reichen gute Gehälter allein offenbar nicht aus, um Fach- und Führungskräfte dauerhaft zu binden. Für die Erhebung wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 1.160 Personen befragt.

Hohe Wechselbereitschaft trotz Zufriedenheit

Selbst unter Fachkräften, die mit ihrem Gehalt zufrieden oder sehr zufrieden sind, können sich rund 40 Prozent einen Arbeitgeberwechsel für eine bessere Bezahlung vorstellen. Besonders auffällig ist die Projektleitung: Dort liegt die Wechselbereitschaft laut Report bei bis zu 84 Prozent. Bei Führungskräften beträgt sie durchschnittlich 67 Prozent.

Projektleiter verdienen am meisten

Projektleitende zählen zu den bestbezahlten Fachkräften der untersuchten Berufsgruppen. Sie kommen im Durchschnitt auf 71.900 Euro pro Jahr. Bauleitende erreichen durchschnittlich 67.900 Euro, Architekten rund 58.500 Euro. Deutlich niedriger liegen Beschäftigte in Montage und Service mit etwa 45.000 Euro jährlich.

Kleine Betriebe zahlen weniger

Die Unternehmensgröße hat erheblichen Einfluss auf das Gehalt. Fachkräfte in Großunternehmen verdienen durchschnittlich 62.400 Euro im Jahr. In kleinen Betrieben sind es dagegen 50.700 Euro. Für kleinere Bauunternehmen und Handwerksbetriebe kann sich der Wettbewerb um qualifiziertes Personal dadurch weiter verschärfen.

Qualifikation macht Unterschied

Auch die Ausbildung wirkt sich deutlich auf das Einkommen aus. Beschäftigte mit klassischer Berufsausbildung erreichen durchschnittlich 46.500 Euro. Meister und Techniker kommen auf 56.100 Euro und verdienen damit rund 21 Prozent mehr. Höhere Qualifikation bleibt damit ein wichtiger Faktor für die Gehaltsentwicklung.

Regionale Unterschiede bleiben groß

Zwischen den Regionen zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Fachkräfte in Westdeutschland verdienen durchschnittlich 13 Prozent mehr als im Osten. An der Spitze liegen Baden-Württemberg mit 62.600 Euro, Bayern mit 61.900 Euro und Hamburg mit 60.700 Euro. In Thüringen werden im Durchschnitt 42.400 Euro erreicht.

Baugewerbe konkurriert mit Energiewirtschaft

Im Branchenvergleich steht das Baugewerbe zusätzlich unter Druck. Während Fachkräfte in der Energiewirtschaft durchschnittlich 62.000 Euro verdienen, sind es im Baugewerbe 53.600 Euro. Bei Führungskräften liegt der Abstand ebenfalls deutlich höher zugunsten der Energiewirtschaft.

Mitarbeiterbindung wird wichtiger

Für Bauunternehmen gewinnt Mitarbeiterbindung damit weiter an Bedeutung. 94 Prozent der Unternehmen bieten bereits Zusatzleistungen an. Gleichzeitig wünschen sich 55 Prozent der Fachkräfte transparentere Gehaltsstrukturen. Neben wettbewerbsfähiger Vergütung werden Transparenz, Entwicklungsmöglichkeiten und Zusatzleistungen wichtiger, um Beschäftigte langfristig zu halten.

Quelle: www.meistertipp.de