Bild: stock.adobe.com
Wärmepumpen schaffen neue Chancen für das SHK-Handwerk
Der Absatz von Wärmepumpen steigt in Deutschland weiter deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 194.500 Geräte verkauft. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für SHK-Betriebe und weitere Ausbaugewerke entstehen dadurch neue Marktchancen.
Neubau setzt auf erneuerbare Wärme
Besonders sichtbar ist der Wandel bei neuen Wohngebäuden. Nach dem dena-Gebäudereport erreichten erneuerbare Energien, Strom und Fernwärme im Jahr 2025 zusammen einen Anteil von mehr als 89 Prozent an der Wärmeversorgung fertiggestellter Wohngebäude. Die Wärmepumpe war dabei mit knapp 74 Prozent der wichtigste Treiber.
Gasheizung verliert im Neubau
Gasheizungen kamen bei neuen Wohngebäuden 2025 nur noch auf rund elf Prozent. Damit erreichten sie einen historischen Tiefstand. Auch im Heizungsmarkt insgesamt verschiebt sich das Verhältnis: Bereits 2025 war die Wärmepumpe mit rund 299.000 verkauften Anlagen das absatzstärkste Heizsystem in Deutschland.
Bestand bleibt größter Markt
Im Gebäudebestand verläuft der Wandel langsamer. Dort dominierten 2025 weiterhin Gasheizungen mit einem Anteil von gut 56 Prozent. Der Anteil der Wärmepumpen stieg zwar, bleibt aber deutlich niedriger als im Neubau. Für das SHK-Handwerk liegt damit gerade in bestehenden Gebäuden erhebliches Auftragspotenzial.
Modernisierung wird breiter
Der Wechsel zu klimafreundlicher Heiztechnik betrifft nicht nur den Heizungstausch. Auch Gebäudeeffizienz, Dämmung und Fenstertausch gewinnen an Bedeutung, wenn Wärmepumpen effizient eingesetzt werden sollen. Dadurch können zusätzliche Aufträge für verschiedene Ausbaugewerke entstehen.
Speichermarkt wächst stark
Parallel zur Heiztechnik entwickelt sich der Markt für Batteriespeicher dynamisch. Im Juli wurden 30 Gigawattstunden Speicherkapazität und rund 2,6 Millionen Geräte erreicht. Monatlich kommen derzeit etwa 47.400 neue Speicher hinzu. Rund 24 Gigawattstunden entfallen auf Heimspeicher in Wohngebäuden.
Photovoltaik mit schwächerem Zubau
Der Photovoltaik-Ausbau an Gebäuden entwickelte sich im ersten Halbjahr 2026 dagegen rückläufig. Der Zubau sank um 17 Prozent, insgesamt sind rund 80 Gigawatt Gebäudesolar installiert. Für Handwerksbetriebe bleibt dennoch ein breiter Markt aus Wärmepumpen, Speichern, Photovoltaik und Sanierungsmaßnahmen bestehen.
Rahmenbedingungen bleiben entscheidend
Wie schnell aus dem Potenzial im Bestand zusätzliche Aufträge werden, hängt stark von verlässlichen Rahmenbedingungen ab. Eigentümer benötigen Planungssicherheit für Investitionen in Heizung, Speicher, Photovoltaik und energetische Sanierung. Für das SHK-Handwerk bleibt der Gebäudebestand damit ein zentraler Zukunftsmarkt.
Quelle: www.meistertipp.de