TU Braunschweig entwickelt Bewertungstool für digitale Baustellen

TU Braunschweig entwickelt Bewertungstool für digitale Baustellen Bild: stock.adobe.com

TU Braunschweig entwickelt Bewertungstool für digitale Baustellen

  • Digitalisierung & Technik
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Die Technische Universität Braunschweig entwickelt im Forschungsprojekt Zentrum für Digitale und Integrierte Bauprozesse ein Entscheidungsinstrument für den Einsatz digitaler Technologien im Bauwesen. Es soll Planenden und Bauunternehmen helfen, digital unterstützte Arbeitsabläufe zu bewerten. Im Mittelpunkt steht das Konzept Bauen 5.0, das auf die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine setzt und den Menschen trotz Automatisierung im Bauprozess belässt.

Produktivität und Belastung gemeinsam bewerten

Bislang fehlt nach Angaben des Projekts ein Ansatz, der Effizienzgewinne durch digitale Technologien systematisch mit der körperlichen und mentalen Belastung von Beschäftigten vergleicht. Das geplante Werkzeug soll daher nicht nur Produktivität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen, sondern auch Ergonomie und Arbeitssicherheit. Ziel ist es, digitale Technologien sinnvoll in Bauprozesse zu integrieren.

Tests auf digitaler und realer Baustelle

Das Projekt bündelt Fachwissen aus Bauingenieurwesen, digitaler Fertigung, Bauwirtschaft und Sportwissenschaft. Messverfahren und Instrumente werden zunächst im Umfeld des Sonderforschungsbereichs Additive Manufacturing in Construction getestet. Dafür nutzt die TU Braunschweig die Infrastruktur ihrer Digitalen Baustelle, unter anderem mit 3D-Betondrucker und Virtual Reality. Anschließend sollen die Messungen gemeinsam mit Industriepartnern auf realen Baustellen überprüft werden.

Internationale Perspektive auf Bauprozesse

Die Forschenden untersuchen auch, wie 3D-Betondruck und digitale Assistenzsysteme das Bauwesen in unterschiedlichen nationalen und internationalen Kontexten verändern. Dabei spielen Baukosten und Fachkräftemangel eine wichtige Rolle. Für diese Fragestellungen arbeitet das Projekt mit sozialwissenschaftlichen Partnern aus Indien zusammen. Ziel ist es, digitale Bauprozesse an unterschiedliche Bedingungen anpassbar zu machen.

Förderung über zwei Jahre

Das Projekt wird seit Mai 2026 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Förderinitiative Internationale Orte der Innovation über zwei Jahre mit rund 496.000 Euro unterstützt. Beteiligt sind mehrere Institute der TU Braunschweig sowie als internationaler Partner die Public School des Indian Institute of Technology Delhi. Hinzu kommen Industriepartner, die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft und der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen.

Praxisnahe Grundlage für digitale Technologien

Mit dem ZDIB soll ein mehrdimensionaler Bewertungs- und Entscheidungsrahmen für digitale Bauprozesse entstehen. Die Forschenden verbinden damit das Ziel, die technologische Handlungsfähigkeit der Bauwirtschaft zu stärken. Der Erfolg soll sich vor allem in höherer Produktivität, geringerer körperlicher Belastung und wachsender Akzeptanz digitaler Technologien auf Baustellen zeigen.