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Studie sieht großes Sparpotenzial bei Bauabfällen
Auf deutschen Baustellen fallen jedes Jahr große Mengen an Bauabfällen an. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass ein erheblicher Teil dieser Materialverluste vermeidbar wäre. Die Untersuchung entstand im Forschungsprojekt Zero Waste Baulogistik, das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Rahmen des Innovationsprogramms Zukunft Bau gefördert wurde.
Zehn Baustellen untersucht
Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig analysierten gemeinsam mit Praxispartnern zehn Baustellen unterschiedlicher Gebäudetypen. Im Mittelpunkt standen unter anderem Trockenbauwände, Hohlraumböden sowie Heiz- und Kühldecken. Das Ergebnis zeigt, dass Bauabfälle häufig nicht durch fehlerhafte Baustoffe entstehen, sondern durch vermeidbare Abläufe entlang der Prozesskette.
Ursachen liegen früh im Prozess
Zu den häufigsten Ursachen zählen Verschnitt, Überbestellungen, unnötige Verpackungen, Transportschäden, falsche Lagerung und Ausführungsfehler. Viele dieser Verluste entstehen bereits vor der eigentlichen Bauausführung. Damit rücken Planung, Ausschreibung, Materialbeschaffung und Baustellenorganisation stärker in den Fokus als allein Entsorgung oder Recycling.
Logistik senkt Materialverluste
Die Studie sieht große Potenziale in präziserer Materialplanung und optimierter Baustellenlogistik. Lieferungen können besser abgestimmt, Verpackungen mehrfach genutzt und vorgefertigte Bauteile stärker eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Materialverbrauch, Entsorgungskosten und CO2-Emissionen reduzieren. Auch eine konsequente Trennung der Bauabfälle kann die Verwertung verbessern und Kosten senken.
Verpackungen stärker beachten
Ein hoher Anteil des Abfallaufkommens entfällt auf Verpackungsmaterialien. Je nach Bauteil und Material können sie einen erheblichen Teil der Bauabfälle ausmachen. Wiederverwendbare Verpackungssysteme, Rücknahmesysteme der Hersteller und besser geplante Lieferprozesse bieten deshalb zusätzliche Möglichkeiten, Ressourcen zu sparen und Restmengen hochwertiger zu verwerten.
Baustellenlogistik als Hebel
Nach Einschätzung des Forschungsteams werden Bauabfälle in Projekten häufig noch als unvermeidbares Nebenprodukt betrachtet. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass geeignete Maßnahmen in Planung, Logistik und Ausführung sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Verbesserungen ermöglichen. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Hersteller, Planungsbüros und Bauherrschaften wird die Vermeidung von Materialverlusten damit zu einem wichtigen Hebel für nachhaltigeres und kosteneffizienteres Bauen.
Quelle: www.meistertipp.de