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Tarifabschluss im SHK-Handwerk NRW schafft Rahmen bis 2028
Im SHK-Handwerk in Nordrhein-Westfalen haben sich Arbeitgeberverband und IG Metall auf einen neuen Tarifabschluss verständigt. Er soll Betrieben in Zeiten schwacher Baukonjunktur, steigender Kosten, schwankender Auftragslage und Fachkräftemangel mehr Planungssicherheit geben und gilt branchenweit als Stabilitätssignal. Der Fachverband SHK NRW betont dabei die wirtschaftliche Tragfähigkeit für die Unternehmen.
Entgeltpfad bis Februar 2028
Vereinbart ist eine zweistufige Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen. Ab März 2026 steigen die Entgelte um 2,95 Prozent, ab März 2027 folgt ein weiteres Plus von 2,55 Prozent. Die Laufzeit endet im Februar 2028. Zusätzlich werden die vermögenswirksamen Leistungen Anfang 2027 erhöht.
Kalkulierbare Personalkosten im Projektgeschäft
Die lange Laufzeit soll vor allem die Kostenplanung erleichtern. Gerade im Projektgeschäft mit langen Vorlaufzeiten müssen Angebotspreise häufig Monate im Voraus festgelegt werden. Die gestaffelte Struktur soll Betrieben dafür einen verlässlichen Rahmen geben, ohne kurzfristige Sprünge bei den Personalkosten.
Auszubildende und Nachwuchsgewinnung
Der Abschluss sieht auch Verbesserungen bei den Ausbildungsvergütungen vor. Damit verbindet die Einigung ein Signal zur Nachwuchsgewinnung, vor dem Hintergrund weiterhin unbesetzter Stellen im technischen Handwerk.
Arbeitgeber: langfristige Lösung statt kurzer Laufzeit
Für die Arbeitgeberseite erklärte Tarifausschuss-Sprecher Peter Schlüter, das Ziel sei gewesen, für Beschäftigte und Auszubildende Verbesserungen zu erreichen, zugleich aber die betriebliche Belastbarkeit zu sichern. Forderungen der IG Metall, unter anderem nach zusätzlicher Altersvorsorge sowie nach 6 Prozent auf 12 Monatssicht, seien nicht akzeptabel gewesen. Die Verhandlungen hätten auf eine langfristige Lösung mit möglichst großer Kalkulations- und Planungssicherheit gezielt, ohne dass die Belastungen später deutlich anstiegen; das sei mit der Laufzeit bis 2028 gelungen.
Branchentrend: längere Laufzeiten, moderate Anpassungen
Beobachten lässt sich eine Entwicklung, die in mehreren Bau- und Ausbaugewerken aufzutreten scheint: Längere Tariflaufzeiten bei moderaten Anpassungen. Für SHK-Unternehmen soll so ein stabilerer Rahmen für Investitionen, Personalentwicklung und Angebotskalkulation entstehen.
Quelle: www.meistertipp.de