Stuttgart 21 soll erst Ende 2031 in Betrieb gehen

Stuttgart 21 soll erst Ende 2031 in Betrieb gehen Bild: stock.adobe.com

Stuttgart 21 soll erst Ende 2031 in Betrieb gehen

  • Tiefbau
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Die Deutsche Bahn verschiebt die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 auf Ende 2031. Bahnvertreter nannten den neuen Termin nach Teilnehmerangaben im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages. Die Eröffnung des neuen Tiefbahnhofs war bereits mehrfach verschoben worden. Eine für Ende 2026 geplante Teileröffnung hatte die Bahn im November unter anderem wegen Problemen bei der Digitalisierung abgesagt.

Digitalisierung und Planung als Ursachen

Als Hauptgründe für die erneute Verschiebung wurden im Verkehrsausschuss die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens und nicht ausreichend ausgereifte Planungsprozesse genannt. Nach Teilnehmerangaben muss die Bahn auch bei Steuerungstechnik und Energieversorgung nachbessern. Medien hatten zuvor berichtet, dass Kabel teilweise neu verlegt werden müssten und ein neues Notstromkonzept erforderlich sei.

Bahn will Konzept vorstellen

Ein Bahnsprecher kommentierte die erneute Verschiebung nicht und verwies auf nicht öffentliche Sitzungen. Das neue Inbetriebnahmekonzept soll nach einer Sitzung des Lenkungskreises vorgestellt werden. Die Verschiebung auf 2031 ist Ergebnis der umfassenden Überprüfung, die Bahnchefin Evelyn Palla nach der abgesagten Teileröffnung angekündigt hatte.

Fahrgäste bleiben von Baustelle betroffen

Für Fahrgäste rund um Stuttgart bedeutet die Verschiebung weitere Jahre mit Baustellen, Streckensperrungen und Ersatzverkehr. Wegen der Baustelle im Zentrum müssen Reisende seit Jahren weitere Wege zu den Fernzügen zurücklegen. Nach dem neuen Konzept sollen diese Wege ab 2027 verkürzt werden. Fahrgäste könnten dann über das Dach des neuen Tiefbahnhofs direkt zu den Gleisen des alten Kopfbahnhofs gelangen.

Gäubahn-Unterbrechung könnte kürzer ausfallen

Für die Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich könnte die Verzögerung die geplante Unterbrechung verkürzen. Die Strecke muss nach Angaben der Bahn wenige Monate vor Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs gekappt werden. Langfristig soll sie über den neuen Pfaffensteigtunnel und den Flughafen an den neuen Hauptbahnhof angebunden werden. Der Tunnel soll nach derzeitigem Stand im Dezember 2033 in Betrieb gehen.

Kosten dürften weiter steigen

Auch die Kosten des Projekts haben sich deutlich erhöht. Der Finanzierungsvertrag von 2009 regelt die Verteilung von Kosten bis gut 4,5 Milliarden Euro. Zuletzt bezifferte die Bahn die Projektkosten auf rund 11,3 Milliarden Euro. Mit der erneuten Verschiebung um fünf Jahre dürften sie weiter steigen. Nach einem Gerichtsurteil muss die Bahn Mehrkosten allein tragen.