Gebäudebegrünung soll Altstädte gegen Hitze schützen

Gebäudebegrünung soll Altstädte gegen Hitze schützen Bild: stock.adobe.com

Gebäudebegrünung soll Altstädte gegen Hitze schützen

  • Nachhaltigkeit
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Hitzeperioden stellen viele Städte vor wachsende Herausforderungen. Nach Einschätzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sind Architektur, Aufbau und Materialien vieler urbaner Räume nicht auf steigende Temperaturen ausgelegt. Besonders Altstädte heizen sich durch enge Bauweise und versiegelte Flächen stark auf. Der Bundesverband Gebäudegrün entwickelt deshalb Methoden, um historische Stadtquartiere stärker mit Dach- und Fassadenbegrünung auszustatten.

DBU fördert Leitfaden

Das Vorhaben des Bundesverbands Gebäudegrün wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 135.000 Euro gefördert. Ziel ist ein praxisnaher Leitfaden für die Begrünung von Altstädten. Die Bepflanzung von Dächern und Fassaden soll Gebäude und Straßen messbar kühlen und so Folgen von Extremhitze abmildern.

Denkmalschutz wird einbezogen

Bei denkmalgeschützten Gebäuden muss die Eignung einer Begrünung nach Angaben des Projekts jeweils individuell geprüft werden. Zugleich verweist der Bundesverband Gebäudegrün auf erprobte Begrünungssysteme und Pflanzenarten, die die Bausubstanz nicht beeinträchtigen sollen. Begrünung kann demnach auch vor Sonneneinstrahlung und Witterung schützen. Zusätzlich kann sie helfen, Auswirkungen von Starkregen zu verringern.

Forschung an historischen Bauwerken

Parallel arbeitet ein ebenfalls DBU-gefördertes Projekt der Universität Bayreuth an Methoden zur Begrünung historischer Bauten. Untersucht werden unter anderem Befestigung, geeignete Pflanzenarten und der Hitzeschutz der Bausubstanz. Die Ergebnisse fließen in den Leitfaden des Bundesverbands Gebäudegrün ein. Zudem werden historisch belegte Fälle von Stadtbegrünung gesammelt.

Biodiversität und Stadtklima

Das Projekt soll Landesämter für Denkmalpflege einbinden und zur Gebäudebegrünung weiterbilden. Neben der Abkühlung im Stadtraum kann mehr Gebäudegrün auch die Biodiversität fördern, indem es Insekten Nahrung und Lebensraum bietet. Die Ergebnisse sollen nach Angaben der Projektbeteiligten auf Altstädte in ganz Europa übertragbar sein und zugleich Erkenntnisse für Neubauten liefern.

Brücke zwischen Denkmalpflege und Begrünung

Die DBU sieht in dem Vorhaben eine Verbindung von Denkmalschutz und Klimaanpassung. Bislang fehlen nach ihrer Einschätzung praxisorientierte Leitlinien für Dach- und Fassadenbegrünung an historischen Gebäuden. Das Projekt soll zeigen, wie naturbasierte Lösungen denkmalgerecht umgesetzt werden können.