Studie: Installationsfehler bei Wärmepumpen

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Studie: Installationsfehler bei Wärmepumpen

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Wärmepumpen gelten als zentrale Technologie der Energiewende im Gebäudesektor und sind im Neubau längst etabliert. Eine Kurzstudie des Bauherren-Schutzbundes zeigt jedoch, dass Planungs-, Installations- und Bedienfehler die Leistungsfähigkeit der Anlagen deutlich mindern können. Untersucht wurden typische Schadensfälle im Wohnungsbau mit teils hohen Folgekosten für Bauherren und ausführende Betriebe. Nach Einschätzung der Studie beruhen viele Probleme nicht auf technischen Schwächen der Systeme, sondern auf vermeidbaren Mängeln in der praktischen Umsetzung. Im Mittelpunkt stehen zehn häufige Fehlerquellen, die sowohl im Neubau als auch in der energetischen Sanierung auftreten.

Mängel bei Einbau und Aufstellung

Zu den häufigsten Schadensbildern zählt laut Untersuchung der Verlust von Kältemittel durch undichte Dichtungen oder fehlerhafte Verbindungen im Leitungssystem. Die Folgen reichen von steigenden Stromkosten bis zum Ausfall des Kompressors. Auch Fehler bei der Verlegung von Kondensatleitungen können gravierende Auswirkungen haben. Wird das notwendige Gefälle nicht eingehalten, kann sich Kondenswasser stauen und in die Elektronik eindringen. Ebenfalls kritisch ist die Aufstellung der Außeneinheit. Fehlt ausreichend Abstand zu Wänden oder anderen Hindernissen, kann der Luftstrom beeinträchtigt werden, was im Winter Vereisungen am Verdampfer und Leistungsabfälle begünstigt. Der Bauherren-Schutzbund sieht darin vor allem vermeidbare Mängel bei Einbau, Einstellung oder Wartung.

Qualität wird zum Wettbewerbsfaktor

Mit dem wachsenden Markt für klimafreundliche Heiztechnik gewinnen Fachkompetenz und Qualitätsmanagement aus Sicht der Studie weiter an Bedeutung. Fehlerhafte Installationen verursachen nicht nur zusätzliche Reparaturkosten, sondern können auch das Vertrauen in die Technologie beeinträchtigen. Der Bauherren-Schutzbund betont, dass bereits kleine Abweichungen von Herstellervorgaben langfristig zu erheblichen Mehrkosten führen können. Fachgerechte Planung und sorgfältige Ausführung werden damit für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Frühe Kontrolle und Wartung empfohlen

Die Studie empfiehlt, qualifizierte Fachbetriebe bereits früh in die Planung einzubinden und eine unabhängige baubegleitende Kontrolle vorzusehen. Ebenso wichtig seien eine umfassende Einweisung der Nutzer und die regelmäßige Wartung der Anlagen. Nach Einschätzung der Untersuchung ließen sich viele der identifizierten Schäden vermeiden, wenn die technischen Anforderungen konsequent umgesetzt werden. Dann könnten Wärmepumpen ihr Potenzial für Klimaschutz und niedrige Betriebskosten besser entfalten.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer