Streit um Ersatzneubau der Agra-Brücke hält an

Streit um Ersatzneubau der Agra-Brücke hält an Bild: © Ansgar Koreng / CC BY-SA 4.0

Streit um Ersatzneubau der Agra-Brücke hält an

  • Hochbau
  • 4 Min

Der Streit um den Neubau der Agra-Brücke bei Leipzig geht weiter. Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar verteidigt die Pläne zur baugleichen Wiedererrichtung der Brücke gegen Forderungen nach einer Tunnel- oder Troglösung. Nach Angaben des Ministeriums wurden verschiedene Vorschläge anhand von Kriterien wie Sicherheit, Machbarkeit, Zeit und Kosten geprüft. Die Ministerin betont vor allem die zeitliche Dringlichkeit. Es werde so schnell wie möglich wieder eine verlässliche Verbindung benötigt.

Protest gegen bevorzugte Variante

In einem offenen Brief regte sich erneut Widerstand gegen die vom Ministerium bevorzugte Lösung. Zu den Unterzeichnern zählen die Oberbürgermeister von Leipzig und Markkleeberg, Burkhard Jung und Karsten Schütze, sowie der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen. Auch die Architektenkammer Sachsen und die Kulturstiftung Leipzig unterstützen die Forderungen. Die Kritiker bezeichnen den Bau der Brücke von 1976 als Eingriff in Natur und Kulturlandschaft, von dem sich der darunterliegende Park und angrenzende Gebiete nie erholt hätten. Gefordert wird, echte Alternativen zur Ersatzbrücke zu entwickeln und Pläne für eine Tieferlegung der Trasse in einem Tunnel oder teilweise überdeckelten Trog vorzulegen.

Ministerin verweist auf Zeit- und Kostenrisiken

Forderungen nach einer Tunnellösung gibt es bereits seit 2008. Im November vergangenen Jahres wurden sie erneut vorgebracht, nachdem das Ministerium über den notwendigen Abriss informiert hatte. Regina Kraushaar argumentiert, dass eine Tunnel- oder Troglösung ein völlig anderes Großprojekt mit langwierigen Genehmigungsverfahren wäre. Das größte Risiko bestehe darin, dass am Ende kein Baurecht erteilt werde. Zudem seien die Mehrkosten für Tunnel oder Trog nicht gedeckt.

Abriss und Neubau bis 2031 geplant

Die Agra-Brücke an der B2 muss wegen erheblicher Mängel abgerissen werden. Der Verkehr läuft derzeit nur noch über den östlichen Brückenzug. Dort gilt eine Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen. Der westliche Teil ist gesperrt und soll nach bisheriger Planung ab 2027 abgerissen und erneuert werden. Ab 2029 sollen Abriss und Neubau des östlichen Teils folgen. Bis 2031 soll die neue Brücke vollständig fertiggestellt sein.