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Stadtnatur: Bund zeichnet drei Projekte der UN-Dekade aus
Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (BMUKN), hat in Berlin drei der sechs Gewinnerprojekte des Projektwettbewerbs 2025 der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet. Die Projekte aus Berlin und Brandenburg zeigen, wie Stadtnatur Lebensräume schafft und zugleich das Stadtklima verbessert. Laut Hagedorn senken Bäume, Parks und Grünflächen die Umgebungstemperatur deutlich, was bei immer häufigeren Hitzephasen an Bedeutung gewinne.
Blühflächen schaffen Lebensräume für Wildbienen
Die Deutsche Wildtierstiftung hat mit "Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf!" seit 2018 in allen zwölf Berliner Bezirken 93 Blühflächen mit rund 56.000 Quadratmetern angelegt und naturnah gepflegt. Dort wurden bereits 170 der 331 Berliner Wildbienenarten nachgewiesen. Beim Projekt "Blühender Campus" der FU Berlin fördern Beschäftigte und Studierende seit 2019 Natur und Biodiversität auf dem Campus, sichtbar vor allem an vielen extensiv gepflegten Blühflächen.
Schülerinnen und Schüler pflanzen eigene Wälder
Das Projekt "Schulwälder gegen Klimawandel" der Stiftung Zukunft Wald verbindet die Wiederherstellung von Waldökosystemen mit Naturschutzbildung. Schülerinnen und Schüler pflanzen in Schulnähe einen eigenen Wald, der als grünes Klassenzimmer dient. Das Projekt erhielt zusätzlich den UN-Dekade Publikumspreis "Projekt des Jahres 2025".
Naturnahe Flächen konkurrieren mit anderen Nutzungen
Parks und Grünflächen bieten Raum für Erholung, Bewegung und Begegnung, fördern die biologische Vielfalt und können zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. In Städten und Kommunen stehen naturnahe Flächen jedoch häufig in Konkurrenz zu anderen Nutzungsansprüchen. Die ausgezeichneten Projekte zeigen laut Ministerium, wie sich Naturschutz dennoch mit gesellschaftlichen und städtebaulichen Anforderungen verbinden lässt.
Die EU-Verordnung sichert den Bestand an Stadtgrün
Seit August 2024 gibt es mit der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) erstmals ein rechtlich verbindliches Instrument zur Wiederherstellung der Natur in der EU. Bis 2030 sollen auf mindestens 20 Prozent der geschädigten Land- und Meeresfläche der EU entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Für städtische Ökosysteme gilt: Bis 2030 dürfen die nationale Gesamtfläche an städtischen Grünflächen und die Baumüberschirmung, also die Kronenfläche, nicht sinken. Ab 2031 muss der Trend beim Stadtgrün steigen.
Der Wettbewerb findet 2027 erneut statt
BMUKN und Bundesamt für Naturschutz (BfN) zeichnen im Rahmen der UN-Dekade jährlich Projekte zur Ökosystem-Wiederherstellung aus. Seit 2025 gibt es die Kategorien "Renaturierung" für praktische Wiederherstellung und "Aktivierung" für Kommunikation und gesellschaftliche Beteiligung. Die nächste Wettbewerbsrunde findet 2027 statt.