Gewerbestrom-Report 2026: Große regionale Unterschiede

Gewerbestrom-Report 2026: Große regionale Unterschiede Bild: stock.adobe.com

Gewerbestrom-Report 2026: Große regionale Unterschiede

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Die wattline GmbH hat für ihren Gewerbestrom-Report 2026 die Energiedaten von über 26.000 Unternehmen in Deutschland ausgewertet. Demnach liegen allein beim reinen Energiepreis zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland 17 Prozentpunkte. Am günstigsten schneidet das Saarland ab, am meisten zahlen Betriebe in Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein. Laut Philip Gutschke, stellvertretender Geschäftsführer von wattline, lässt sich selten eine einzelne Ursache benennen. Regionale Angebotsstrukturen und individuelle Vertragskonditionen spielten mit hinein.

Das Preisniveau hat sich verdoppelt

In den vergangenen sechs Jahren sind die Strompreise laut Report in allen Bundesländern gestiegen. Auch infolge der Energiepreiskrise hat sich das Niveau für kleine und mittlere Unternehmen seither verdoppelt. Am stärksten verteuert hat sich Strom in Mecklenburg-Vorpommern, am wenigsten im Saarland.

Bäckereien zahlen je nach Region sehr unterschiedlich

Der Report betrachtet zwölf Branchen, darunter das Bäckerhandwerk. In vielen Backstuben laufen Backöfen, Kühlung und Klimatisierung rund um die Uhr. Die Energiekosten sind damit ein fester Kalkulationsposten. Bäckereien in Hamburg zahlen rund 20 Prozent unter dem Bundesschnitt, in Rheinland-Pfalz liegt der Preis 24 Prozent darüber. Auch bei Metallbetrieben, Kfz-Werkstätten, Friseursalons, Tischlereien und Betrieben aus dem Sozial- und Gesundheitswesen fallen die regionalen Unterschiede laut Report teils ähnlich groß aus.

Beratung und Anbieterwechsel können Kosten senken

Eine professionelle Energieberatung kann Lastspitzen und Einsparpotenziale aufdecken. Oft helfen bereits einfache Anpassungen bei Betriebsabläufen oder bei der Steuerung energieintensiver Maschinen. Viele Betriebe zahlen zudem mehr als nötig, weil sie keinen Sondertarif abschließen. Laut Verbraucherschützern lassen sich durch einen Tarif- oder Anbieterwechsel oft deutliche Einsparungen erzielen.

Einkaufsgemeinschaften und Eigenstrom sind weitere Hebel

Nach Einschätzung von Gutschke erzielen Betriebe über Einkaufsgemeinschaften häufig bessere Konditionen als im Alleingang. Das gelte gerade für kleinere Betriebe ohne eigene Einkaufsabteilung. Eine Photovoltaikanlage auf dem Werkstattdach mache Betriebe ein Stück weit unabhängig von Marktschwankungen, mit Speicher lasse sich ein größerer Teil des Verbrauchs selbst decken. Betriebe des produzierenden Gewerbes wie Bäckereien, Metallbetriebe und Kfz-Werkstätten können sich zudem Teile der gezahlten Strom- und Energiesteuern vom Hauptzollamt zurückholen. Die erhöhte Erstattungsregelung gilt laut Bericht seit 2026 unbefristet.

Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de