Nachverdichtung schafft 123 Wohnungen in Berlin-Wilmersdorf

Nachverdichtung schafft 123 Wohnungen in Berlin-Wilmersdorf Bild: stock.adobe.com

Nachverdichtung schafft 123 Wohnungen in Berlin-Wilmersdorf

  • Hochbau
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Die Nachverdichtung bestehender Quartiere zählt zu den zentralen Aufgaben moderner Stadtplanung. Sie schafft zusätzlichen Wohnraum, ohne neue Flächen zu versiegeln, und kann bestehende Strukturen aufwerten. In Berlin-Wilmersdorf entstehen im Projekt Becker & Kries sechs neue Gebäude mit insgesamt 123 Wohnungen und rund 13.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche.

Ergänzung der bestehenden Bebauung

Die vier- beziehungsweise sechsgeschossigen Wohngebäude ergänzen das vorhandene Quartier. Vier Gebäude erhalten einen direkten Zugang zu einer neuen Tiefgarage, die unter einer Freifläche zwischen dem Bestand errichtet wird. Zwei Gebäude sehen im Erdgeschoss Ladenflächen vor. Die Planung erforderte aufgrund der urbanen Lage eine enge Abstimmung zwischen Planungsbeteiligten und Behörden.

Holz-Hybridbauweise reduziert Belastungen

Die begrenzten Platzverhältnisse und die Nähe zur Bestandsbebauung stellten hohe Anforderungen an Baustellenlogistik und Bauweise. Deshalb kommt eine serielle Holz-Hybridbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad zum Einsatz. Erdgeschosse und Treppenhäuser werden massiv ausgeführt, die oberen Etagen entstehen mit vorgefertigten Holzrahmenbauwänden und Brettsperrholzdecken. Dadurch sollen Bauzeit, Lärm und Emissionen im Umfeld reduziert werden.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Das Projekt erfüllt den Effizienzhaus-55-Standard und trägt das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude Plus. Holz als zentraler Baustoff soll den CO2-Fußabdruck verringern. Ergänzt wird das Konzept durch Fernwärme und Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Begrünte Freiflächen, Spielflächen und Treffpunkte sollen zugleich Aufenthaltsqualität schaffen und zur Klimaanpassung im Quartier beitragen.

Technische Anforderungen an Planung

Die Holz-Hybridbauweise in den Gebäudeklassen 4 und 5 stellte besondere Anforderungen an Tragwerk, Holzbau, Brandschutz und Schallschutz. Plansite integral design & engineering verantwortet die Tragwerksplanung einschließlich Massivbau- und Holzbaufachplanung sowie Teile der technischen Gebäudeausrüstung und Bauphysik. Wohnungstrennwände werden teilweise in Stahlbeton ausgeführt, um Brand- und Schallschutzanforderungen zu erfüllen.

BIM unterstützt Ausführung und Logistik

Building Information Modeling spielte bei Planung und Realisierung eine zentrale Rolle. Die digitale Planungsmethode wurde zur Abstimmung zwischen Fachdisziplinen, zur Kollisionsprüfung sowie zur Optimierung von Logistik und Montageplanung eingesetzt. Das Modell lieferte zudem Daten für Produktion und Montage und ermöglichte es, Nachhaltigkeitsaspekte wie Erkenntnisse zur Ökobilanzierung frühzeitig einzubeziehen.

Integrale Planung als Grundlage

Das Projekt zeigt, welche Bedeutung integrale Planung, digitale Methoden und frühzeitige Abstimmung für nachhaltige Quartierserweiterungen haben. Die Vorfertigung der Bauelemente und die modulare Bauweise sollen Bauzeit und Umweltbelastung reduzieren. Die Architekturplanung stammt von SWP Architekten und BRH Generalplaner, die Umsetzung übernimmt Brüninghoff als Generalbauunternehmen.