Klimaneutralen Industrieumbau auch im Wohnumfeld

Klimaneutralen Industrieumbau auch im Wohnumfeld

Klimaneutralen Industrieumbau auch im Wohnumfeld

  • Nachhaltigkeit
  • 3 Min

Eine deutschlandweite Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 2.180 Personen kommt zu dem Ergebnis, dass knapp die Hälfte der Deutschen den Umbau der Industrie in Richtung Klimaneutralität befürwortet, auch wenn Maßnahmen im unmittelbaren Wohnumfeld stattfinden. Nur jeder Siebte lehnt den Umbau ab, weitere 38 Prozent sind unentschlossen. Nach Darstellung des IW kann frühzeitige und transparente Information über lokale Veränderungen die Akzeptanz stärken, insbesondere bei Unentschlossenen.

Welche Maßnahmen der Umbau umfasst

Zum Wandel zählt das IW unter anderem den Ausbau von Stromtrassen, Wasserstoff- und CO2-Netzen, neue Windräder und Solarparks sowie Anpassungen in bestehenden Industrieanlagen. Trotz der damit verbundenen Eingriffe sieht laut Befragung nur ein kleiner Teil der Bevölkerung diese Entwicklungen kritisch.

Regionale Betroffenheit und Wirkung von Information

Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt demnach in Regionen, in denen größere infrastrukturelle Umbauten anstehen; dort bewerten rund 18 Prozent die Veränderungen negativ. Gleichzeitig unterschätzen laut IW fast 70 Prozent der Menschen, wie stark ihre Region betroffen ist. Auffällig sei, dass zusätzliche Informationen über das Ausmaß der Veränderungen die Ablehnung nicht erhöhen; in Gebieten mit geringer oder keiner Betroffenheit steigere entsprechende Information sogar die Zustimmung.

Hinweis zu AfD-Sympathisanten und Forderung nach Dialog

Als Ausnahme nennt das IW AfD-Sympathisanten: Zusätzliche Informationen zeigten bei ihnen keine Wirkung, weder in Richtung Zustimmung noch Ablehnung. IW-Experte Matthias Diermeier betont, dass Politik vor Ort den Dialog suchen und das Ausmaß infrastruktureller Veränderungen transparent kommunizieren solle, um Konflikte zu vermeiden und zu verhindern, dass kritische Minderheiten lokale Meinungsführerschaften erringen.