TUM Campus im Olympiapark: Ausbau abgeschlossen
Der neue TUM Campus im Olympiapark München ist nach Angaben des Staatlichen Bauamts München 2 und der Technischen Universität München vollständig fertiggestellt. Nach der Teileröffnung 2022 wurden die zuletzt ergänzten Institutsbereiche mit rund 300 Büros und begrünten Innenhöfen Mitte 2025 an die TUM übergeben und inzwischen bezogen.
Nutzungen unter großem Holzdach
Der Campus dient der TUM School of Medicine and Health sowie dem Zentralen Hochschulsport (ZHS) und damit Studierenden in München. Der Holzbau fügt sich mit dunkler Holzfassade, einem 22.000 Quadratmeter großen Holzdach und einem weit auskragenden Vordach in den Kontext der Olympia-Architektur von Behnisch & Partner mit Frei Otto sowie in den denkmalgeschützten Landschaftspark von Günther Grzimek ein.
Gebäudestruktur und Innenräume
Bereits bis 2022 wurden 14 Sporthallen, 12 Hörsäle, 15 Diagnostikräume, 5 Werkstätten sowie Cafeteria und Bibliothek realisiert, organisiert über zwei Geschosse entlang der zentralen Erschließungsachse Rue intérieure als Kommunikationsraum. Als Gestaltungsmerkmale nennt die Projektbeschreibung helle Holzoberflächen, großzügige Verglasungen mit Sichtbeziehungen in Sport-, Unterrichts- und Forschungsbereiche, Oberlichter für Tageslicht sowie eine moderne Ausstattung mit farblichen Bezügen zum olympischen Kontext.
Letzter Bauabschnitt bei laufendem Betrieb
Im Mitte 2025 abgeschlossenen Bauabschnitt wurden zwei diagonal gegenüberliegende Gebäudeteile ergänzt, die Flächen ehemaliger Sporthallen aus dem Jahr 1972 besetzen; diese Hallen waren in der ersten Bauphase noch in Nutzung und wurden nach Fertigstellung der neuen Hallen 2022 rückgebaut. Die neuen Verwaltungstrakte umfassen neben den Büros auch Besprechungsräume, den Dekanatssaal, eine Lehrküche für Ernährungswissenschaften, Untersuchungsräume für Patientinnen und Patienten zweier medizinischer Institute sowie weitere Bereiche für Studierende; die Flächen sind um vier umbaute Innenhöfe organisiert, ergänzt durch zwei weitere Innenhöfe als Fuge zwischen Instituten und Sportbereichen.
Konstruktion, Kennzahlen und Projektbeteiligte
Das Bauwerk wird als durchgehend zweigeschossiger, teilunterkellerter Quader beschrieben und misst 185 Meter Länge bei 153 Metern Breite; die Bruttogrundfläche beträgt 42.200 Quadratmeter, ergänzt durch rund 20 Hektar Sport- und Freiflächen. Als markantes Element gilt das westseitige, außen stützenfreie Vordach mit 18,70 Metern Auskragung aus 40 vorgefertigten Hohlkastenelementen, in die Installationen inklusive Entwässerung integriert sind; es dient unter anderem als witterungsgeschützte Zone für Bewegungsmessungen im Freien. Mit 5.200 Kubikmetern verbautem Holz wird das Gebäude zu den größten Holzbauprojekten Europas gezählt; genannt werden zudem 1 Tonne CO2-Bindung pro Kubikmeter Holz und eine jährliche Einsparung von 230 Tonnen CO2 durch energieeffiziente Gebäudehülle und -technik. Als Planungs- und Ausführungsbeteiligte werden unter anderem Dietrich Untertrifaller mit Balliana Schubert, merz kley partner sowie Rubner Holzbau genannt; Bauherr ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt München 2.
Bild: © CC BY-SA 3.0, August 2014, Tiia Monto