Weniger offene Stellen in den E-Handwerken

Weniger offene Stellen in den E-Handwerken

Weniger offene Stellen in den E-Handwerken

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Der Fachkräftebedarf in den E-Handwerken geht weiter zurück. Bundesweit sind aktuell rund 65.000 Stellen unbesetzt, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Entwicklung bestätigt laut Darstellung einen Trend seit 2024 und betrifft besonders an- und ungelernte Tätigkeiten. Grundlage sind Zahlen aus der Fachkräfteerhebung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Zurückhaltung bei Neueinstellungen

Bereits die Herbstkonjunkturumfrage 2025 zeigte, dass Betriebe bei Neueinstellungen zurückhaltender werden. Im Oktober 2023 meldeten demnach 66 Prozent der Unternehmen offene Stellen, zwei Jahre später waren es 46,9 Prozent. Als Ursache werden unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen genannt, trotz teils gut gefüllter Auftragsbücher.

Baukrise und stockende Zukunftsfelder

Der Rückgang wird mit der anhaltenden Schwäche im Neubau und einer auf einem historischen Tiefstand verharrenden Sanierungsrate im Bestand in Verbindung gebracht. Zudem verliere die Energiewende an Tempo; als Beispiele werden stagnierende Elektromobilität und rückläufige Photovoltaik genannt. ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser verweist darauf, dass Betriebe trotz weiterhin hoher Auftragspolster bei Stellenausschreibungen und Einstellungen vorsichtiger agieren. Zwischen 2021 und 2023 habe eine Hochphase der Energiewende den Personalbedarf stark steigen lassen, damals habe die Zahl offener Stellen bei fast 97.000 gelegen.

Qualifikation rückt stärker in den Fokus

Der Rückgang betrifft laut Beitrag vor allem einfache Tätigkeiten, während der Bedarf bei Gesellen, hochqualifizierten Fachkräften und Meistern weniger stark sinkt. Neuhäuser beschreibt eine stärkere Ausrichtung auf Fachkräfte mit umfangreichen Qualifikationen, die flexibel einsetzbar seien, um schneller auf Nachfrage reagieren zu können.

Warnung vor Vernachlässigung von Ausbildung

Trotz des aktuellen Rückgangs warnt der ZVEH vor falschen Schlussfolgerungen. Demografischer Wandel und fortschreitende Elektrifizierung von Gebäuden und Infrastruktur würden den Fachkräftebedarf langfristig hoch halten. Neuhäuser betont, Ausbildung und Qualifizierung trotz schwächelnder Wirtschaft nicht zu vernachlässigen; der Rückzug der Boomer aus dem Arbeitsleben habe erst begonnen.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer