KI im Dachdeckerhandwerk
Die Debatte um Künstliche Intelligenz wird zunehmend auch im Bau- und Ausbauhandwerk geführt. Im hessischen Dachdeckerhandwerk wird KI als nützliches Werkzeug beschrieben, ohne dass sich ein grundlegender Wandel der handwerklichen Wertschöpfung abzeichne. Trotz digitaler Planungshilfen, Drohneneinsatz und automatisierter Büroprozesse bleibe das Dach ein individuelles Bauwerk, das Erfahrung, Fachwissen und handwerkliche Präzision erfordert.
Einsatzfelder in Planung und Büro
Im Alltag unterstützen digitale Dachplaner, CAD-Anwendungen und KI-gestützte Software vor allem bei Kalkulation und Visualisierung, liefern jedoch nur Näherungen. Online-Planungstools könnten nach Einschätzung von Branchenvertretern höchstens eine erste Orientierung bieten und keine individuelle Fachplanung ersetzen. Der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Hessen betont in diesem Zusammenhang, das Gewerk gehe über standardisierte Tätigkeiten hinaus.
Drohnen als Hilfsmittel, Bewertung bleibt Aufgabe von Fachkräften
Drohnen gewinnen an Bedeutung, etwa bei Vermessung und Sichtprüfung von Dachflächen. Die fachliche Bewertung bleibt jedoch entscheidend, weil Anschlusspunkte, Materialübergänge oder Schadensbilder nur zuverlässig beurteilt werden könnten, wenn erfahrene Dachdecker die Inspektion steuern und interpretieren.
Grenzen der Automatisierung auf der Baustelle
Während KI im Büro Prozesse beschleunigen kann, stoße sie auf Baustellen an physische und technische Grenzen. Komplexe Detailarbeiten wie der Anschluss von Dämmung und Dampfsperre oder die Integration von Dachfenstern erfordern laut Beitrag handwerkliches Können und situative Entscheidungen. Auch Dachbegrünung und energetische Sanierung werden als Tätigkeiten beschrieben, bei denen die Ausführung Handarbeit bleibt; Assistenzsysteme änderten nichts daran, dass die Umsetzung nach Fachregelwerk ausgebildete Spezialisten voraussetzt.
Chancen bei Nachwuchs und Ausbildung
Als positiver Effekt wird die Nachwuchsgewinnung genannt: Wenn Büroberufe durch Automatisierung unter Druck geraten, könne das Handwerk an Attraktivität gewinnen. Digitale Lernmethoden und KI-gestützte Ausbildungstools sollen theoretisches Wissen effizient vermitteln, während die praktische Umsetzung Kern der Qualifikation bleibt. Insgesamt wird KI als Mittel zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung eingeordnet, ohne das Fundament des Dachdeckerhandwerks zu verändern.
Quelle: www.meistertipp.de