KI unterstützt Handwerksbetriebe

KI unterstützt Handwerksbetriebe Bild: stock.adobe.com

KI unterstützt Handwerksbetriebe

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Künstliche Intelligenz wird auch für Handwerksbetriebe und die Bauwirtschaft praktischer einsetzbar. Während die öffentliche Debatte häufig Büroarbeit oder Softwareentwicklung in den Mittelpunkt stellt, zeigen Beispiele aus dem Dachdecker- und Tischlerhandwerk konkrete Anwendungen im betrieblichen Alltag. ChatGPT und individuell entwickelte KI-Agenten unterstützen vor allem bei Kalkulationen, Wissensmanagement und Kundenkommunikation.

Berechnungen für Blechdächer

Ein Beispiel stammt aus dem Betrieb der Spenglermeisterin Jennifer Kirschbaum-Konsek. Dort werden komplexe Blechdächer geplant und umgesetzt. Dafür müssen Materialdehnungen, Abzugsmaße sowie individuelle Dachformen mit Gauben oder Kaminen berücksichtigt werden. Ein eigener KI-Agent auf Basis von ChatGPT und Codex wurde mit Praxisfällen, Erfahrungswerten und Fachwissen des Betriebs trainiert. Er berechnet Blechzuschnitte und berücksichtigt dabei relevante Regeln und Vorgaben.

Betriebswissen besser nutzbar

Nach Angaben des Betriebs stehen Berechnungen, die zuvor viel Erfahrung und Konzentration erforderten, nun innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung. Der KI-Agent dient zugleich als digitale Wissensdatenbank. Damit lassen sich Erfahrungen dokumentieren und für neue Mitarbeitende nutzbar machen. Für Handwerksbetriebe kann dies besonders relevant sein, wenn Fachwissen bislang vor allem bei einzelnen Beschäftigten liegt.

Kalkulation auf Basis früherer Projekte

Auch im Tischlerhandwerk wird KI zur Unterstützung eingesetzt. Tischlermeister und Produktdesigner Jonas Winkler nutzt einen KI-Agenten für Angebotskalkulationen und Kundenkommunikation. Das System analysiert vorhandene Angebote, Rechnungen und Projektdaten. Daraus leitet es Kalkulationsgrundlagen ab und verbessert Vorschläge mit jedem neuen Auftrag. Zudem erkennt die KI fehlende Informationen in Kundenanfragen und erstellt passende Rückfragen oder Antwortentwürfe.

Entlastung bei administrativen Aufgaben

Die Beispiele zeigen, dass KI im Handwerk vor allem bei zeitintensiven Prozessen ansetzt. Dazu gehören Kalkulation, Dokumentation, Wissensmanagement und Kundenkommunikation. Gerade angesichts des Fachkräftemangels können solche Anwendungen helfen, Routinetätigkeiten schneller zu erledigen und betriebsinternes Wissen dauerhaft verfügbar zu machen.

Handwerkliche Arbeit bleibt zentral

Die praktische Arbeit auf Baustellen und in Werkstätten wird durch die beschriebenen Anwendungen nicht ersetzt. Verändert wird vor allem die Verarbeitung von Informationen und die Organisation betrieblicher Abläufe. KI entwickelt sich damit zunehmend von einem Experiment zu einem Werkzeug für den administrativen Alltag in Handwerksbetrieben.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer