Immobilienwirtschaft: KI ist verbreitet, aber selten integriert

Immobilienwirtschaft: KI ist verbreitet, aber selten integriert Bild: stock.adobe.com

Immobilienwirtschaft: KI ist verbreitet, aber selten integriert

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Für eine gemeinsame Trendumfrage von aedifion und Rueckerconsult wurden 35 Unternehmen der Immobilienwirtschaft befragt, vor allem aus Investment und Asset Management. Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Detailfragen beziehen sich auf die 30 Unternehmen, die KI einsetzen. 86 Prozent der Befragten nutzen bereits KI. Unter den Nutzern verwenden 90 Prozent generative Anwendungen wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity. Nur 27 Prozent nutzen integrierte KI-Plattformen, die etwa auf eigene Datenquellen zugreifen können.

In der Gebäudesteuerung ist KI noch selten

70 Prozent der Nutzer setzen KI in administrativen Prozessen wie Buchhaltung oder Dokumentenmanagement ein, 60 Prozent für strategische Analysen, etwa im ESG-Reporting. In der operativen Gebäudesteuerung, zum Beispiel für Energiemanagement oder Predictive Maintenance, sind es erst 23 Prozent. 90 Prozent berichten von messbarer Zeitersparnis, 43 Prozent konnten Kosten senken. Neue Geschäftsmodelle sind erst bei 17 Prozent entstanden. Nach Einschätzung von Prof. Dr. Kunibert Lennerts vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) führt die individuelle Zeitersparnis bislang nicht automatisch zu effizienteren Unternehmensprozessen.

Gebäudedaten werden kaum genutzt

Die Unternehmen greifen vor allem auf Markt- und Transaktionsdaten (57 Prozent), öffentliche Quellen und Webdaten (53 Prozent) sowie interne Daten (50 Prozent) zurück. Technische Betriebsdaten nutzen 20 Prozent, Sensor- sowie ESG-Daten jeweils 17 Prozent. Dabei halten 63 Prozent Echtzeit-Gebäudedaten für wichtig oder sehr wichtig. Ebenfalls 63 Prozent erwarten durch KI niedrigere Betriebskosten, 60 Prozent eine bessere Vermietbarkeit. Laut Thomas Wiese, Technischer Objektmanager bei B&L Property Management, werden viele Daten aus Wartung, Prüfung und Betrieb noch mit hohem manuellem Aufwand erhoben.

Governance und Budgets hinken hinterher

40 Prozent der Unternehmen haben bereits eine KI-Policy, weitere 30 Prozent entwickeln eine. Ein eigenes KI-Budget haben nur 27 Prozent. Fehlen sichere Werkzeuge, steigt das Risiko, dass Mitarbeitende öffentliche Anwendungen nutzen und dabei sensible Daten verarbeiten. aedifion-CEO Dr.-Ing. Johannes Fütterer rät Unternehmen deshalb, schnell sichere Lösungen bereitzustellen und klare Regeln für die Datenverarbeitung zu schaffen.

Die Mehrheit will KI ausbauen

90 Prozent der Nutzer wollen den KI-Einsatz ausweiten. Die Bedeutung von KI für die Wettbewerbsfähigkeit bewerten sie auf einer Skala von eins bis zehn mit durchschnittlich 7,5. Die Herausforderung verschiebt sich damit von der Frage, ob KI eingesetzt wird, zur Frage, wie sie skaliert und in die Wertschöpfung integriert werden kann.