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Bauabfälle: Frankfurter Forschung will Aushub wiederverwerten
Mit rund 222 Millionen Tonnen machen Bauabfälle 54 Prozent des jährlichen Gesamtabfallaufkommens in Deutschland aus. Die zunehmend schwierige Entsorgung führt zu längeren Transportwegen und steigenden Kosten. Modellrechnungen der Forschenden zeigen, dass in mehreren Bundesländern schon vor 2030 die Deponiekapazitäten für bestimmte Bauabfälle ausgeschöpft sein könnten.
Zeitweise fließfähige Bodenbaustoffe ersetzen Kies und Sand
Das Forschungsprojekt “Kreislauforientierte Material- und Verfahrenskonzepte zur Wiederverwertung von mineralischen Bauabfällen” der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) untersucht zeitweise fließfähige Bodenbaustoffe (ZFSB). Dafür werden Aushub- und Bodenmaterialien mit Wasser, Tonmineralien und geringen Mengen Zement aufbereitet und für Baugrundverbesserungen nutzbar gemacht. So sollen mineralische Bauabfälle wiederverwertet und Primärrohstoffe wie Kies oder Sand ersetzt werden.
Tonminerale binden Schwermetalle
Im Fokus stehen technische Umsetzbarkeit, mechanisches Verhalten und umwelttechnische Eignung. Erste Laboruntersuchungen zeigen, dass insbesondere Schwermetalle durch Tonminerale zuverlässig gebunden werden können. Langfristig soll nachgewiesen werden, dass die Materialien sicher und praxistauglich in realen Bauvorhaben eingesetzt werden können. Das Verfahren könnte zur Ressourcenschonung, zur Einsparung von Deponievolumen und zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen.
Der Sustain Award ist mit 4.000 Euro dotiert
Prof. Dr.-Ing. Steffen Leppla und Tobias Siekemeyer nahmen den Preis am 29. September 2026 entgegen. Die Frankfurter Stiftung für Forschung und Bildung vergibt den Sustain Award seit 2024 gemeinsam mit dem Förderer Procter & Gamble. Mit dem Preisgeld wollen die Forschenden weitere umweltanalytische Untersuchungen zur Immobilisierung von Schadstoffen finanzieren. Zur Jury gehörte unter anderem Dr. Christine Lemaitre, CEO der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.
Grünfassaden belegen Platz zwei
Platz zwei ging an fabricGREEN, ein Forschungsprojekt zu textilbasierten Grünfassaden für klimaresiliente Städte. Den dritten Platz belegte das Projekt “Innovative Pflegequalifizierung”. Insgesamt hatten sich 13 Projekte beworben.