Gebäudetechnik: Systemintegration wird zur zentralen Planungsaufgabe

Gebäudetechnik: Systemintegration wird zur zentralen Planungsaufgabe Bild: stock.adobe.com

Gebäudetechnik: Systemintegration wird zur zentralen Planungsaufgabe

  • Digitalisierung & Technik
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Wärme- und Kälteversorgung, Lüftung, Wasser, Energie, Beleuchtung und Gebäudeautomation müssen in modernen Gebäuden als Gesamtsystem funktionieren. In der Gebäudeautomation laufen Informationen und Steuerungsaufgaben aus unterschiedlichen Gewerken zusammen. Laut Dr. Peter Hug, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäudeautomation im VDMA, können in großen Gebäuden 40.000 und mehr Datenpunkte anfallen. Planer müssen deshalb nicht nur einzelne Anlagen dimensionieren, sondern auch Abhängigkeiten und Schnittstellen berücksichtigen.

Integration muss früh geplant werden

Ob ein Gebäude als Gesamtsystem funktioniert, entscheidet sich bereits in frühen Projektphasen. Wird die Integration erst bei der Inbetriebnahme betrachtet, drohen Insellösungen und aufwendige Nacharbeiten. Die Gebäudeautomation steht im Bauprozess häufig am Ende, wenn wesentliche Entscheidungen getroffen und Budgets weitgehend verplant sind. Neben technischen Protokollen gewinnen Datenstrukturen an Bedeutung. Das Smart-Building-Reallabor der Hochschule Mainz setzt beispielsweise auf strukturierte, interoperable und herstellerneutrale Gebäudedaten in einem gemeinsamen Datenmodell.

Daten sind die Grundlage für effizienten Betrieb

Betriebsdaten bilden die Grundlage für Monitoring, Analyse und Optimierung. Wer ein Gebäude im Blindflug betreibe, könne nicht erwarten, dass es effizient funktioniert, so Hug. Ein übergeordnetes Energiemanagement kann Verbrauchsdaten verschiedener Anlagen zusammenführen und Systeme bedarfsgerecht steuern. Offene Schnittstellen und herstellerneutrale Strukturen können helfen, über den Lebenszyklus neue Anwendungen einzubinden.

BIM und KI erweitern die Möglichkeiten

Mit Building Information Modeling lassen sich Informationen zu Räumen, Anlagen und Komponenten schon in der Planung in einem gemeinsamen Modell zusammenführen. Konflikte zwischen Leitungen, Kanälen und Trassen werden so früh erkannt. Verknüpft mit Daten aus der Gebäudeautomation kann daraus ein digitaler Zwilling für Facility Management und Betriebsoptimierung entstehen. Auf belastbarer Datenbasis können Algorithmen zudem Abweichungen im Anlagenbetrieb erkennen und perspektivisch Störungen vor einem Ausfall identifizieren.

Die ISH zeigt das Zusammenspiel der Gewerke

Die ISH findet vom 15. bis 19. März 2027 in Frankfurt am Main statt. Dort treffen Lösungen für Wärme- und Kälteversorgung, Lüftung und Wasser auf Gebäudeautomation, Energiemanagement und digitale Anwendungen. Planer und Ingenieure können Schnittstellen und Systemlösungen vergleichen und sich mit Herstellern unterschiedlicher Gewerke austauschen.