Hitzewellen rücken sommerlichen Wärmeschutz in den Fokus

Hitzewellen rücken sommerlichen Wärmeschutz in den Fokus Bild: stock.adobe.com

Hitzewellen rücken sommerlichen Wärmeschutz in den Fokus

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Zunehmende Hitzewellen verändern die Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude. Entscheidend ist dabei nicht allein die Gebäudetechnik, sondern auch die Bauweise. Während sich manche Gebäude bereits am Vormittag stark aufheizen, bleiben andere selbst bei hohen Außentemperaturen vergleichsweise kühl. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Planende gewinnt der sommerliche Wärmeschutz damit deutlich an Bedeutung.

Innenräume unter Druck

Messungen zeigen, dass die Sommer in Deutschland seit den 1980er-Jahren heißer werden und die Zahl der Hitzetage zunimmt. Besonders in Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden inzwischen regelmäßig Innenraumtemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius erreicht. Der Deutsche Wetterdienst bewertet die Hitzewelle im Juni als außergewöhnlich in Dauer, Intensität und Ausdehnung und rechnet bei weiter steigenden globalen Temperaturen mit mehr solchen Extremereignissen.

Thermische Masse als Temperaturpuffer

Ein zentraler Faktor ist die thermische Masse eines Gebäudes. Gemeint ist die Fähigkeit von Bauteilen, Wärme aufzunehmen, zu speichern und zeitverzögert wieder abzugeben. Massive Konstruktionen aus Beton oder Mauerwerk können dadurch sommerliche Hitzespitzen abmildern. In Verbindung mit gezielter Nacht- und Querlüftung verbessert sich der sommerliche Wärmeschutz zusätzlich.

Bestand oft anders geplant

Studien des Umweltbundesamtes, des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung sowie der Universität für Bodenkultur Wien bestätigen die Bedeutung speicherfähiger Bauweisen. Viele Bestandsgebäude wurden jedoch unter anderen klimatischen Voraussetzungen geplant. Große Fensterflächen ohne außenliegenden Sonnenschutz und leichte Bauweisen mit geringer Speichermasse führen dazu, dass sich Innenräume schneller aufheizen.

Klimaanlagen als begrenzte Lösung

Der zunehmende Einsatz von Klimaanlagen kann Innenräume kurzfristig kühlen, erhöht jedoch den Energiebedarf. In dicht bebauten Stadtgebieten kann zusätzliche Abwärme zudem den Hitzeinsel-Effekt verstärken. Damit rücken bauliche und planerische Maßnahmen stärker in den Vordergrund, die Hitzeeinträge verringern und vorhandene Speichermasse besser nutzen.

Low-Tech-Konzepte zeigen Potenzial

Neben klassischen Massivbauweisen gewinnen Konzepte an Bedeutung, die mit wenig technischer Ausstattung auskommen. Massive Bauteile können etwa über wasserführende Leitungen temperiert und mit Wärmepumpen aus Erdreich oder Grundwasser gekoppelt werden. Gebäude nach dem Konzept 2226 halten ihre Innenraumtemperaturen ganzjährig zwischen 22 und 26 Grad Celsius, ohne klassische Heiz-, Lüftungs- oder Kühltechnik.

Planung entscheidet über Klimaanpassung

Auch das Bürogebäude Resi in Bamberg zeigt, wie sommerlicher Wärmeschutz früh in die Planung integriert werden kann. Verschattung, Tageslicht und künftige Klimabelastungen wurden dort vorab simuliert. Zusätzlich erreicht das Gebäude durch Re-use-Klinker und Recyclingbeton einen Recyclinganteil von 75 Prozent. Für die Bauwirtschaft wird deutlich, dass klimaangepasstes Bauen bereits bei Entwurf, Materialwahl und Konstruktion beginnt.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer