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Elektrische Baustelle zeigt Potenzial im Tiefbau
Steigende Energiepreise, strengere Klimavorgaben und der Wunsch nach wirtschaftlicheren Baustellen treiben die Elektrifizierung der Bauwirtschaft voran. Ein Pilotprojekt von Strabag zeigt nun, dass elektrische Baumaschinen im Tiefbau bereits heute unter realen Bedingungen eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt stand der Umbau einer Bodenaufbereitungsanlage.
Ausbau der Bodenaufbereitung
Die Anlage wurde erweitert, um künftig statt 120.000 Tonnen bis zu 350.000 Tonnen Bodenmaterial pro Jahr verarbeiten zu können. Dafür waren Rückbau-, Erd-, Tiefbau- und Asphaltierungsarbeiten erforderlich. Ein wichtiger Bestandteil war die Wiederverwendung vorhandener Oberflächenbefestigungen als Recycling-Unterbau. Damit verbindet das Projekt Elektrifizierung mit Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung.
Elf elektrische Großgeräte im Einsatz
Auf der Baustelle kamen insgesamt elf elektrische Großgeräte zum Einsatz. Dazu zählten ein 25-Tonnen-Raupenbagger, ein elektrischer Radlader, ein Autokran, Walzen und ein Straßenfertiger. Die Stromversorgung erfolgte über einen 200-kW-Netzanschluss und einen mobilen Batteriespeicher mit 153 kWh Kapazität, der Lastspitzen ausglich und die Maschinen mit grünem Strom versorgte.
Leistung vergleichbar mit Dieselmaschinen
Nach Angaben von Strabag erreichten die schweren Elektromaschinen ein Leistungsniveau, das mit konventionellen dieselbetriebenen Geräten vergleichbar ist. Gleichzeitig profitierten die Beschäftigten von geringeren Lärm- und Schadstoffemissionen auf der Baustelle. Rechnerisch wurden rund 18.000 Kilogramm CO2 eingespart.
Deutlich niedrigere Energiekosten
Besonders deutlich fiel der Unterschied bei den Energiekosten aus. Laut Unternehmen lagen diese rund 90 Prozent unter denen einer vergleichbaren Dieselbaustelle. Hinzu kommen geringere Wartungs- und Betriebskosten elektrischer Maschinen. Damit zeigt der Praxistest nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Potenziale der Elektrifizierung im Tiefbau.
Hybridansatz bleibt notwendig
Eine vollständige Elektrifizierung von Baustellen bleibt nach Einschätzung von Strabag jedoch herausfordernd. Elektrische Baumaschinen sind noch nicht in allen Leistungsklassen verfügbar. Zudem lässt sich eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur je nach Baustellenstandort nicht überall technisch oder wirtschaftlich umsetzen. Deshalb setzte das Unternehmen im Pilotprojekt auf einen Hybridansatz.
HVO100 ergänzt elektrische Maschinen
Neben den elektrischen Geräten kamen weiterhin konventionelle Maschinen und Transportfahrzeuge zum Einsatz, die vollständig mit dem erneuerbaren Dieselkraftstoff HVO100 betrieben wurden. So konnten Bauablauf und Bauzeit ohne Einschränkungen eingehalten werden. Das Projekt liefert damit wichtige Erkenntnisse für den künftigen Einsatz elektrischer Baumaschinen im Tiefbau und zeigt zugleich die aktuellen Grenzen der Technologie.
Quelle: www.meistertipp.de