Kommunale Wärmeplanung gewinnt deutlich an Tempo

Kommunale Wärmeplanung gewinnt deutlich an Tempo Bild: stock.adobe.com

Kommunale Wärmeplanung gewinnt deutlich an Tempo

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Die kommunale Wärmeplanung kommt in Deutschland voran. Zum 30. Juni 2026 hatten bundesweit 2.836 Gemeinden ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Das sind doppelt so viele wie Ende 2025 und entspricht 26 Prozent aller Gemeinden. Weitere 4.419 Kommunen arbeiten derzeit an einem Wärmeplan.

Mehrheit der Bevölkerung erfasst

Nach einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung leben inzwischen 56 Prozent der Bevölkerung in Kommunen mit abgeschlossenem Wärmeplan. Für rund ein weiteres Drittel wird derzeit ein Plan erarbeitet. Öffentlich verfügbar sind aktuell 1.217 Wärmepläne. Die Differenz ergibt sich vor allem durch interkommunale Kooperationen, bei denen mehrere Gemeinden gemeinsam planen.

Großstädte erfüllen Frist weitgehend

Für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern endete die gesetzliche Frist zur Vorlage eines Wärmeplans am 30. Juni 2026. Von 83 Großstädten haben 72 ihre Wärmeplanung fristgerecht abgeschlossen. In den übrigen Städten wird die Fertigstellung bis Ende 2026 erwartet.

Sanierung und Wärmenetze im Fokus

Viele Großstädte setzen in ihren Wärmeplänen ambitionierte Ziele. Mehr als die Hälfte orientiert sich am Zieljahr 2045, rund ein Drittel strebt 2040 an. Entscheidend für die Umsetzung sind energetische Sanierungen, der Ausbau von Wärmenetzen und die Umstellung auf erneuerbare Wärmeversorgung.

Hohe Anforderungen an Bauwirtschaft

Viele Wärmepläne kalkulieren mit einer jährlichen Sanierungsrate von zwei Prozent. Die tatsächliche Sanierungsquote für Wohngebäude lag 2025 bundesweit unter einem Prozent. Ob die Ziele erreicht werden, hängt damit stark von Investitionen, verfügbaren Fachkräften und Kapazitäten im Baugewerbe ab.

Wärmenetze sollen deutlich wachsen

Auch Wärmenetze gewinnen in den kommunalen Planungen an Bedeutung. In den ausgewerteten Plänen liegt ihr Anteil an der Wärmeversorgung im Basisjahr durchschnittlich bei rund 22 Prozent. In den Zielszenarien steigt er auf knapp 50 Prozent. Mehr als die Hälfte der auswertbaren Wärmepläne sieht künftig sogar einen Wärmenetzanteil von über 50 Prozent vor.