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DGNB überarbeitet Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen hat ihr Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte umfassend überarbeitet. Das Dokument soll ein gemeinsames Verständnis von Klimaneutralität im Bau- und Immobiliensektor schaffen und Orientierung für die praktische Umsetzung geben. Zugleich ändern sich die Anforderungen für die DGNB Auszeichnung Klimapositiv.
Hilfestellung für unterschiedliche Akteure
Das Rahmenwerk richtet sich an Eigentümer, Bestandshalter, Investoren, Finanzierer, Planende, Fachplaner, Betreiber, Facility Management, Unternehmen mit ESG-Pflichten sowie Kommunen. Es soll dabei helfen, Gebäude und Standorte zukunftssicher auszurichten, Klimawirkungen transparenter zu bewerten, Transformationspfade zu entwickeln und klimarelevante Gebäudedaten strukturiert zu erfassen.
Weiterentwicklung seit 2020
Die erste Fassung des Rahmenwerks wurde 2020 veröffentlicht. Damals standen vor allem eine inhaltliche Grundlage für den Begriff Klimaneutralität und die Einführung von Klimaschutzfahrplänen im Mittelpunkt. Seither haben sich Energiekrisen, regulatorische Anforderungen, Transparenzansprüche und Praxiserfahrungen weiterentwickelt. Diese Veränderungen flossen in die Überarbeitung ein.
Klarere Anforderungen und Methodik
Das neue Rahmenwerk strukturiert die Anforderungen an Klimaneutralität klarer und soll die Anwendung erleichtern. Es unterstützt dabei, den aktuellen Klimaschutzstatus von Gebäuden zu bestimmen, realistische Transformationspfade zu definieren und Fortschritte nachvollziehbar zu dokumentieren. Zudem ordnet es regulatorische Anforderungen wie die europäische Gebäuderichtlinie EPBD in eine anwendbare Methodik ein.
Klimaschutzkategorien als Etappenziele
Ein zentrales Element der neuen Fassung sind Klimaschutzkategorien. Sie bilden unterschiedliche Entwicklungsschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität ab und sollen Planenden sowie Auftraggebenden als Etappenziele dienen. Dadurch sollen Investitionsentscheidungen erleichtert und notwendige Anpassungen in der Planung schneller eingeordnet werden können.
Energieziele ergänzen CO2-Betrachtung
Erstmals integriert das Rahmenwerk ergänzende Energieziele. Die DGNB verweist darauf, dass für die Transformation nicht allein CO2-Kennwerte entscheidend sind. Auch Energieeffizienz, erneuerbare Energien und die Rolle von Gebäuden im Energiesystem gewinnen an Bedeutung, etwa für Versorgungssicherheit und Resilienz.
Neue Variante der Auszeichnung Klimapositiv
Im Zuge der Überarbeitung wurde auch die Vergabegrundlage der DGNB Auszeichnung Klimapositiv angepasst. Weiterhin können Projekte ausgezeichnet werden, die seit mindestens einem Jahr im Regelbetrieb sind und auf Basis realer Verbrauchsdaten mindestens klimaneutral betrieben werden. Neu hinzu kommt die Variante Klimapositiv geplant und gebaut für Neubau- und Sanierungsprojekte nach Fertigstellung, die noch keine einjährigen Betriebsdaten vorweisen können.
Nachweis ohne vollständige Zertifizierung
Beide Varianten der Auszeichnung gelten für drei Jahre und können bei entsprechender Dokumentation verlängert werden. Für die Auszeichnung müssen nur die relevanten Indikatoren des DGNB Zertifizierungssystems nachgewiesen werden. Eine vollständige Zertifizierung für Gebäude im Betrieb ist dafür nicht erforderlich. Bei der neuen Variante erfolgt der spätere Nachweis über den regulären Prozess der DGNB Zertifizierung im Betrieb.