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Hitzeschutz wird zur Planungsaufgabe für Gebäude und Städte
Deutschland hat Gebäude lange vor allem darauf ausgelegt, im Winter möglichst wenig Wärme zu verlieren. Angesichts zunehmender Hitzewellen rückt nun der sommerliche Wärmeschutz stärker in den Fokus. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie sieht darin eine wichtige Aufgabe für Pflegeheime, Kliniken, Wohngebäude und Städte.
Ältere Menschen besonders gefährdet
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts forderte Hitze bis Ende Juni bereits mehr als 5.000 Menschenleben. Besonders betroffen sind hochbetagte, gebrechliche und mehrfacherkrankte Menschen. Für die Altersmedizin zeigt sich damit, dass Hitzeschutz nicht erst bei der medizinischen Versorgung beginnen darf, sondern bereits bei Planung und Betrieb von Gebäuden.
Bestand schrittweise anpassen
Nicht jedes Pflegeheim und jede Klinik können kurzfristig umfassend umgebaut werden. Viele Maßnahmen lassen sich jedoch schrittweise umsetzen. Dazu gehört zunächst eine systematische Erfassung der Raumtemperaturen, um besonders belastete Bereiche zu erkennen. Kritisch sind vor allem Räume unter dem Dach, mit großen Fensterflächen oder auf Süd- und Westseiten.
Verschattung und Lüftung helfen
Außenliegende Verschattung, Sonnenschutzfolien, Markisen, begrünte Außenbereiche und angepasste Lüftungsstrategien können die Aufheizung von Gebäuden reduzieren. Auch die zeitweise Nutzung kühlerer Räume kann ältere Menschen entlasten. In besonders gefährdeten Bereichen kann gezielte technische Kühlung notwendig werden.
Tropennächte als Risiko
Besonders belastend sind Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Dann können Gebäude gespeicherte Wärme kaum abgeben, und älteren Menschen fehlt eine wichtige Erholungsphase. Langfristig soll Hitzeschutz deshalb ebenso selbstverständlich in Planungen einbezogen werden wie Energieeffizienz oder Barrierefreiheit.
Lernen von heißen Regionen
Erfahrungen aus Südeuropa zeigen, wie sich Alltag und Gebäude besser an hohe Temperaturen anpassen lassen. Dazu zählen verschattete Fenster, verlegte Aktivitäten in kühlere Tageszeiten und angepasste Aufenthaltsorte. Diese Prinzipien lassen sich auch auf deutsche Städte, Quartiere und Einrichtungen übertragen.
Aufgabe für eine alternde Gesellschaft
Mit einer alternden Bevölkerung wird Hitzeschutz zu einer zentralen Vorsorgeaufgabe. Kurzfristige Maßnahmen und langfristige Investitionen müssen dabei zusammengedacht werden. Entscheidend ist, wie gut Gebäude, Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Städte künftig die besonders verletzlichen Menschen vor Hitze schützen.