Hybrid-Flachs-Pavillon verbindet Naturfasern, Holz und Glas

Hybrid-Flachs-Pavillon verbindet Naturfasern, Holz und Glas Bild: stock.adobe.com

Hybrid-Flachs-Pavillon verbindet Naturfasern, Holz und Glas

  • Nachhaltigkeit
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Der Hybrid-Flachs-Pavillon auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände in Wangen im Allgäu verbindet nachhaltige Materialien, digitale Planung und experimentellen Leichtbau. Der auch als Argen Pavillon bekannte Bau war Teil der Landesgartenschau 2024 und wird inzwischen weiterhin für Veranstaltungen genutzt.

Dach aus Holz und Naturfasern

Das Tragwerk besteht aus robotisch gewickelten Flachsfasern und präzise gefrästen Holzbauelementen. Entwickelt wurde der Pavillon im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Stuttgart mit Partnern aus Materialforschung, Holzbau und Robotik. Ziel war eine integrative Planung, bei der Tragwerk, Materialeinsatz und digitale Fertigung eng miteinander verbunden werden.

Glasfassade aus der Region

Die vollständig verglaste Gebäudehülle stammt von Glas Natter aus Regensburg, einem Unternehmen der Isolar Gruppe. Das Unternehmen war für Herstellung, Lieferung und Einbau der Fassade verantwortlich. Die klare Glasfassade bildet einen ruhigen Gegenpol zur dynamischen Dachgeometrie und öffnet den Pavillon zur Landschaft.

Digitale Planung erleichtert Abstimmung

Die komplexe Dachkonstruktion erforderte eine präzise Abstimmung der Fassadenelemente. Durch die computerbasierte Planungsmethode konnten Fachdisziplinen frühzeitig eingebunden und Anschlussdetails genau entwickelt werden. Für die Fassadenplanung war die digitale Datenbasis ein wichtiger Vorteil.

Sonnen- und Vogelschutz kombiniert

Für den Pavillon wurden Spezialgläser mit Sonnenschutz und Vogelschutz eingesetzt. Insgesamt verbaute Glas Natter 380 Quadratmeter Glas. Die Verglasung soll die Vogelwelt entlang der Argen schützen, sommerliche Wärmelasten reduzieren und zugleich eine helle Innenraumatmosphäre ermöglichen.

Nutzung in allen Jahreszeiten

Der Pavillon wird heute für private Feiern, städtische Veranstaltungen, Seminare und Workshops genutzt. Der offene, ringförmige Grundriss erlaubt flexible Raumkonzepte. Nach Angaben des Betreibers hat sich der Bau in verschiedenen Jahreszeiten bewährt, sowohl hinsichtlich Raumtemperatur als auch in der Wahrnehmung der Architektur.

Beispiel für biobasierten Leichtbau

Der Argen Pavillon zeigt, wie regionale Materialien, digitale Fertigung und funktionale Gebäudehüllen zusammenwirken können. Die Kombination aus Holz, Naturfasern und Glas macht den Bau zu einem Beispiel für experimentelle Konstruktionen an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Forschung und Architektur.