Mehr Baugenehmigungen, aber noch keine Trendwende

Mehr Baugenehmigungen, aber noch keine Trendwende Bild: stock.adobe.com

Mehr Baugenehmigungen, aber noch keine Trendwende

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Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 126.300 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden genehmigt. Das entspricht einem Plus von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe deutet dies grundsätzlich auf ein höheres Auftragspotenzial hin.

Mehrfamilienhäuser besonders wichtig

Besonders stark entwickelte sich der Mehrfamilienhausbau. Hier stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 16,9 Prozent auf rund 67.000. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser legten mit rund 31.700 genehmigten Wohnungen um 15,9 Prozent zu. Nach Angaben des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie liegt das Genehmigungsvolumen dennoch nur auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2011.

Politik sieht Fortschritte

Bundesbauministerin Verena Hubertz wertet die Entwicklung als positives Signal für den Wohnungsbau. Zugleich bleibt der Anstieg von einem niedrigen Ausgangsniveau geprägt. Weitere Maßnahmen gelten daher als notwendig, damit aus Genehmigungen tatsächlich mehr Bauaktivität entsteht.

Baugewerbe bleibt vorsichtig

Das Baugewerbe warnt vor zu viel Optimismus. Eine Genehmigung führt nicht automatisch zu einem Bauauftrag. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes berichteten zuletzt 13,1 Prozent der befragten Unternehmen von stornierten Vorhaben. Im Vormonat waren es 11,4 Prozent.

Kosten und Finanzierung bremsen

Hohe Baukosten, Zinsen und schwierige Finanzierungen belasten weiterhin viele Projekte. Auch die Bauindustrie sieht die Wohnungsbaukrise deshalb nicht überwunden. Gefordert werden unter anderem bessere Förderbedingungen, steuerliche Anreize, eigenkapitalunterstützende Darlehen und eine zügige Umsetzung des Gebäudetyps E.

Bedarf bleibt deutlich höher

Nach Angaben des GdW werden jährlich rund 320.000 neue Wohnungen benötigt, darunter 100.000 Sozialwohnungen. Für 2026 werden jedoch nur rund 200.000 Fertigstellungen erwartet. Damit bleibt die Lücke zwischen Bedarf, Genehmigungen und tatsächlich realisierten Wohnungen groß.

Entscheidend sind Baustellen

Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe schaffen steigende Genehmigungszahlen zunächst Hoffnung. Entscheidend wird jedoch sein, ob Finanzierung, Förderung und Baukosten so verbessert werden, dass genehmigte Projekte auch umgesetzt werden. Erst dann erreicht der Aufwärtstrend die Baustellen.

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  • Cordula Kiefer