Heizungstausch kommt nur langsam voran

Heizungstausch kommt nur langsam voran Bild: stock.adobe.com

Heizungstausch kommt nur langsam voran

  • Nachhaltigkeit
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Die Wärmewende im Gebäudesektor kommt in Deutschland weiterhin nur schleppend voran. Nach Erhebungen des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks waren 2025 rund 19,5 Millionen Heizungsanlagen mit fossilen Energieträgern in Betrieb. Damit laufen weiterhin mehr als die Hälfte aller Heizsysteme mit Öl oder Gas. Die Zahl der Ölheizungen sank lediglich um rund drei Prozent auf 4,7 Millionen Anlagen, Gasheizungen gingen um 1,7 Prozent auf 14,8 Millionen zurück.

Unsicherheit bremst Investitionen

Als zentrale Ursache gilt die politische Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz und dessen geplanten Nachfolger. Viele Eigentümer warten ab, welche Vorgaben künftig gelten und welche Förderungen verfügbar bleiben. Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll mehr Klarheit schaffen und den Heizungsmarkt beleben. Der Gesetzentwurf wurde Mitte Mai 2026 im Kabinett beschlossen und soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

Alter Anlagenbestand bleibt groß

Moderne Brennwerttechnik gewinnt im Bestand zwar weiter an Bedeutung. Fast 60 Prozent der Gasheizungen verfügen inzwischen über diese Technik. Gleichzeitig sind rund 86 Prozent der Ölheizungen und etwa zwei Drittel der Gasheizungen älter als 20 Jahre und gelten technisch als veraltet. Für SHK-Handwerk, Bauwirtschaft und Ausbaugewerke bleibt der Austausch alter Heiztechnik damit ein großes Modernisierungsfeld.

Alternative Heizsysteme wachsen kaum

Der Bestand an Biomasseanlagen blieb mit rund 1,2 Millionen Heizungen nahezu unverändert. Auch die Zahl der Kamin- und Kachelöfen entwickelte sich konstant. Alternative Heizsysteme spielen damit weiter eine Rolle, lösen derzeit aber keinen starken Wachstumsschub aus. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks empfiehlt vor Entscheidungen über neue Heiztechnik unter anderem Energieberatung sowie die Prüfung von Alternativen wie Wärmepumpen oder Biomasseanlagen.

Planungssicherheit bleibt entscheidend

Für die Bauwirtschaft ist der Heizungstausch ein wichtiger Indikator für den Sanierungsmarkt. Energetische Modernisierungen und der Austausch veralteter Anlagen bleiben zentrale Geschäftsfelder. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch, dass unklare gesetzliche Vorgaben, wechselnde Förderbedingungen und unsichere Energiepreise Investitionen im Gebäudesektor verzögern können. Mehr Dynamik hängt damit vor allem von stabilen Förderbedingungen, verlässlichen Regeln und langfristiger Planungssicherheit ab.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer