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Gebäudemodernisierungsgesetz schafft neue Spielräume am Bau
Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll nach monatelanger Unsicherheit mehr Planungssicherheit für die Wärmewende im Gebäudebestand schaffen. Nach dem Beschluss des Bundestags und der Entscheidung des Bundesrats, den Vermittlungsausschuss nicht anzurufen, bestehen nun formale Rahmenbedingungen für die Umsetzung. Für Bauunternehmen, SHK-Betriebe, Elektrohandwerk und TGA-Fachbetriebe ist das ein wichtiges Signal, da Investitionen in Heizungstausch, Wärmepumpen, Hybridanlagen, Lüftungstechnik und energetische Sanierungen zuletzt stark von politischen Debatten und wechselnden Förderbedingungen geprägt waren.
Mehr Technologieoffenheit vorgesehen
Positiv bewertet wird vor allem die größere Technologieoffenheit. Das Gesetz eröffnet verschiedene Wege, um Gebäude klimafreundlicher zu modernisieren. Dazu zählt unter anderem die Aufnahme raumlufttechnischer Anlagen mit Wärmerückgewinnung als Erfüllungsoption. Gerade bei komplexen Bestandsgebäuden können dadurch zusätzliche Spielräume für wirtschaftlich tragfähige Sanierungskonzepte entstehen.
Grüngasquote erweitert Optionen
Auch die Gas- und Wasserstoffwirtschaft sieht im GModG einen wichtigen Schritt. Mit der geplanten Grüngasquote sollen Biomethan, Wasserstoff und synthetisches Methan stärker in die Wärmewende eingebunden werden. Neben Wärmepumpen und Hybridheizungen könnten damit auch moderne Gasbrennwerttechnik, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und Lösungen zur energetischen Optimierung bestehender Gebäude stärker nachgefragt werden.
Förderkürzungen sorgen für Kritik
Kritisch bewertet werden die parallel angekündigten Änderungen bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Sinkende Fördersätze für Wärmepumpen und Maßnahmen in Mehrfamilienhäusern könnten Investitionen in energetische Sanierungen bremsen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sieht zwar mehr Flexibilität, warnt aber davor, dass ohne klare, verlässliche und praxistaugliche Regeln kein zusätzlicher Modernisierungsschub entsteht.
Gebäudehülle stärker berücksichtigen
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe fordert einen breiteren Blick auf die Modernisierung des Gebäudebestands. Neben Heizungs- und Anlagentechnik müssten Dächer, Fassaden und Fenster stärker berücksichtigt werden, da sie den Energiebedarf dauerhaft senken können. Gerade im Bestand bleibt die Gebäudehülle ein entscheidender Faktor für wirtschaftliche und wirksame Sanierungslösungen.
Bürokratie und Kosten bleiben offen
Weitere Kritik richtet sich gegen zusätzliche Nachweis-, Dokumentations- und Informationspflichten. Der GdW befürchtet höhere Verwaltungs- und Haftungsaufwände. Zudem bleiben Fragen zur Bio-Treppe und zur Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern offen. Damit bleibt das Gebäudemodernisierungsgesetz für die Bauwirtschaft ambivalent: Es schafft neue technische Spielräume, erhöht aber zugleich den Druck, Förderbedingungen, Kostenstrukturen und gesetzliche Vorgaben praxistauglich umzusetzen.
Quelle: www.meistertipp.de