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Fachkräftemangel bremst die Energiewende im Handwerk
Für die Umsetzung der Energiewende werden zahlreiche Fachkräfte im Handwerk benötigt. Elektrotechnik, Installation und Heizungsbau, Dachdeckerei, Zimmerei sowie Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierung spielen eine zentrale Rolle bei Wärmepumpen, Photovoltaik und energetischer Sanierung.
Regionale Unterschiede sind groß
Eine Untersuchung von Jungheinrich Profishop hat Angebot und Nachfrage in 53 Handwerkskammerbezirken analysiert. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Während die Fachkräftedichte in Lübeck und Ostmecklenburg-Vorpommern vergleichsweise hoch ist, fällt sie unter anderem in Südwestfalen und Ostfriesland niedriger aus.
Hohe Nachfrage trifft auf knappe Kapazitäten
Besonders kritisch ist die Lage dort, wo wenige Fachkräfte auf eine hohe Nachfrage nach energetischen Maßnahmen treffen. Im Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim kommen rund 721 Förderzusagen für klimafreundliche Heizungen auf 100.000 Einwohner. Gleichzeitig zählt die Region zu den Gebieten mit besonders knappen Handwerkskapazitäten.
Engpässe im Süden und Westen
Auch Reutlingen und Heilbronn-Franken weisen laut Untersuchung eine deutliche Unterversorgung auf. Die Nachfrage nach energetischer Sanierung ist vor allem in ländlichen Regionen hoch. Besonders große Bedarfe zeigen sich neben Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim auch in Niederbayern-Oberpfalz und Unterfranken.
Städte mit geringerer Nachfrage
In Berlin, Hamburg und Bremen fällt die Nachfrage nach energetischen Maßnahmen vergleichsweise geringer aus. Insgesamt zeigt sich ein regionales Ungleichgewicht: Viele Fachkräfte befinden sich im Osten Deutschlands, während der größte Bedarf vor allem im Süden und Westen entsteht.
Ausbildung entscheidet über Zukunft
Neben der aktuellen Fachkräftedichte ist die Ausbildungssituation entscheidend. Für 37 der 53 Handwerkskammerbezirke lagen vollständige und vergleichbare Azubi-Daten vor. Schwaben verfügt trotz bestehender Engpässe über überdurchschnittlich viele Auszubildende, wodurch sich die Lage langfristig verbessern könnte.
Risiko weiterer Engpässe
In Hildesheim-Südniedersachsen und Heilbronn-Franken trifft eine angespannte Versorgung auf eine schwache Ausbildungssituation. Dort könnte sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Flensburg sowie München und Oberbayern gelten dagegen als vergleichsweise gut aufgestellt, weil Versorgung und Nachwuchs günstiger zusammenkommen.
Nachwuchs als Standortfaktor
Die Untersuchung zeigt, dass die Energiewende nicht allein von Förderprogrammen, Technik und Investitionen abhängt. Entscheidend ist auch, ob genügend Elektriker, SHK-Fachkräfte, Dachdecker, Zimmerer und Isolierer zur Verfügung stehen. Für Regionen mit hoher Nachfrage wird Nachwuchssicherung damit zu einem zentralen Standortfaktor.
Quelle: www.meistertipp.de