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GaLaBau-Fachtagung rückt Klimaanpassung in den Fokus
Die GaLaBau-Fachtagung gilt seit fast vier Jahrzehnten als Diskussionsplattform norddeutscher Fachleute für Grün. Am 20. Februar trafen sich im Kulturwerk Norderstedt rund 200 Expertinnen und Experten aus Garten- und Landschaftsbau, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung sowie Vertreter aus Politik, Kommunalverwaltung und Wohnungswirtschaft. Im Mittelpunkt stand Stadtplanung unter den Anforderungen des fortschreitenden Klimawandels.
FGL Nord als neuer Rahmen
Die Tagung wurde erstmals in Schleswig-Holstein ausgerichtet, nachdem sich die GaLaBau-Fachverbände Schleswig-Holstein und Hamburg im November 2025 zum Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nord zusammengeschlossen hatten. Vizepräsident Ludger Plaßmann nannte 213 landschaftsgärtnerische Fachbetriebe in Schleswig-Holstein und der Metropolregion Hamburg als Mitgliederbasis. Er verwies auf die Gefahr, dass Themen wie Klimawandel, Bauwerksbegrünung und Stadtgrün an Aufmerksamkeit verlieren, und forderte eine bessere Ausschöpfung und landesweite Koordination vorhandener Fördermittel sowie mehr Fachexpertise in Verwaltungen.
Dachbegrünung, Photovoltaik und Hamburger Vorgaben
Plaßmann bezifferte die Dachbegrünungsfläche in Deutschland auf rund neun Millionen Quadratmeter und verwies auf mögliche Flächenkonkurrenzen zwischen extensiven Gründächern und Photovoltaik. Dr. Stefanie von Berg, Staatsrätin der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, stellte Hamburgs Klimaziel Klimaneutralität 2040 nach einem Volksentscheid im Oktober dar und kündigte eine Gründach-Solarpflicht ab 1. Januar 2027 an. Genannt wurden eine Gründachpflicht für 70 Prozent neuer oder umgebauter Dächer bis 10 Grad Neigung sowie eine PV-Pflicht für 30 Prozent dieser Dächer, außerdem eine Machbarkeitsstudie zur Fassadenbegrünung in der Innenstadt, ein Wettbewerbskonzept zur Entsiegelung und grünen Entwicklung der Hafenkante und der Preis European City of Trees 2025.
Vorträge zu Klimaresilienz, Projekten und Schwammstadt
Dr. Bernhard Scharf von der BOKU Universität Wien ordnete wachsende Klimarisiken als Handlungsdruck für die Transformation von Städten ein und betonte die Rolle von Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau bei Planung und Umsetzung grün-blauer Infrastrukturen. Lene Zingenberg vom Kopenhagener Büro Cobe stellte Projekte wie Nordhavn in Kopenhagen, den Deutzer Hafen in Köln und Quartiere in Hamburg Bahrenfeld vor. Dr. Markus Streckenbach thematisierte Baumpflanzungen und Baumrigolen im Schwammstadt-Modell, darunter Anforderungen an Baumstandorte, den Schutz vor Streusalzeintrag und die Notwendigkeit fachgerechter Planung und Bauausführung ohne schädliche Bodenverdichtung.
Fazit der Veranstalter
FGL-Nord-Geschäftsführer Dr. Michael Marrett-Foßen bewertete die Tagung als gelungene Premiere in Schleswig-Holstein und verwies auf den Stellenwert der Klimaanpassung als zentrale Herausforderung der Stadtplanung.