Frauen bleiben wichtiges Fachkräftepotenzial

Frauen bleiben wichtiges Fachkräftepotenzial Bild: stock.adobe.com

Frauen bleiben wichtiges Fachkräftepotenzial

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Der Anteil von Frauen in der Bauwirtschaft wächst langsam. Neue Branchenzahlen zeigen, dass sich zunehmend mehr Frauen für Bau- und Handwerksberufe interessieren, sowohl in akademischen als auch in gewerblichen Tätigkeiten. Besonders im Bauingenieurwesen nimmt der Anteil weiblicher Studierender seit Jahren zu. Nach aktuellen Angaben sind 30 Prozent der Studierenden in diesem Fach Frauen. Damit gehört das Bauingenieurwesen zu den technischen Studiengängen mit vergleichsweise hoher Frauenquote. Auch in gewerblichen Tätigkeiten wie der Zimmerei oder bei Baugeräteführerinnen wächst das Interesse.

Frauenquote steigt nur schrittweise

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie bewertet diese Entwicklung als Fortschritt. Nach Angaben des Verbands sind von derzeit 60.150 Studierenden im Bauingenieurwesen 18.200 weiblich. Vor 25 Jahren lag der Anteil noch bei 20 Prozent. Auch in den bauhauptgewerblichen Berufen ist eine langsame Veränderung erkennbar. Während 2013 nur 1,3 Prozent der Beschäftigten in diesen Berufen Frauen waren, liegt der Anteil inzwischen bei 2,3 Prozent. In den entsprechenden Ausbildungsberufen stieg der Frauenanteil auf 4,8 Prozent. Insgesamt beträgt der Frauenanteil im Bauhauptgewerbe rund elf Prozent.

Branche sieht zugleich neue Risiken

Trotz dieser Entwicklung bleibt die Nachwuchsgewinnung eine Herausforderung. Im Wintersemester 2024/25 nahmen nur noch 9.000 junge Menschen ein Bauingenieurstudium auf, darunter 2.720 Frauen. Das liegt zwar über dem Niveau von vor zwei Jahrzehnten, aber rund 13 Prozent unter dem Höchststand vor elf Jahren. Als eine Ursache nennt die Branche die demografische Entwicklung. Zugleich verweist sie auf strukturelle Hürden, die einer stärkeren Beteiligung von Frauen weiterhin entgegenstehen.

Handwerk setzt auf bessere Rahmenbedingungen

Auch das Handwerk betont die Bedeutung weiblicher Fachkräfte für die Zukunft der Branche. Nach Einschätzung der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen übernehmen Frauen bereits als Auszubildende, Gesellinnen, Meisterinnen oder Unternehmerinnen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig bestehen weiterhin alte Klischees und organisatorische Herausforderungen. Als wichtige Ansätze gelten daher eine stärkere Zusammenarbeit mit Schulen, Berufsorientierungsprogramme und bessere Rahmenbedingungen für selbstständige Handwerkerinnen. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe könnte die stärkere Einbindung von Frauen ein wichtiger Baustein im Umgang mit dem Fachkräftemangel werden.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer