dena-Gebäudereport 2026: Klimaziele verfehlt
Der Gebäudesektor liegt laut dena-Gebäudereport 2026 weiterhin über dem vorgesehenen Zielpfad und verfehlt die Klimaziele erneut. Eine Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 sei möglich, die Zielerreichung bleibe jedoch ohne kontinuierliche und verlässliche Maßnahmen herausfordernd. Der Report fasst zum Jahresbeginn Daten zum Klimaschutz im deutschen Gebäudebestand zusammen und nennt als Handlungsfelder unter anderem mehr als fünf Millionen Heizungen, die älter als 30 Jahre sind, eine zu geringe Nutzung erneuerbarer Energien sowie einen Wärmepumpenmarkt, der noch nicht schnell genug wächst.
dena fordert verlässliche Instrumente und stabile Rahmenbedingungen
Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, beschreibt die Gebäudewende als Chance, Klimaschutz mit Wirtschaftswachstum zu verbinden. Sie nennt marktbasierten Instrumente, Vereinfachung und Bürokratieabbau, stabile Rahmenbedingungen und kontinuierliche Förderung als Ansatz, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Zudem verweist sie auf die Bauwirtschaft sowie die Heizungs- und Gebäudeenergiebranche als volkswirtschaftlichen Motor, der in Zeiten schwacher Konjunktur wichtig sei, insbesondere für regionale Wertschöpfung im Handwerk.
Beschäftigungseffekt und Veränderungen beim Bauüberhang
Der Gebäudesektor sichert laut Report rund 3,7 Millionen Arbeitsplätze, vor allem in Handwerk, Industrie und Handel. Gleichzeitig blieb die Neubautätigkeit 2024 deutlich rückläufig. Strukturelle Veränderungen zeigten sich beim Bauüberhang, also genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen: Nach einem Höchststand von rund 858.000 Wohneinheiten im Jahr 2022 sank der Bauüberhang 2024 auf 738.000 Wohneinheiten.
Sanierung gewinnt an Bedeutung, Energieberatung legt zu
Das Marktpotenzial im Gebäudebestand wird als weiterhin hoch beschrieben. Die Zahl geförderter Energieberatungen stieg um 30 Prozent gegenüber 2023 auf insgesamt 163.872 Wohn- und Nichtwohngebäude. Der Report ordnet dies als Hinweis ein, dass energetische Sanierung an Bedeutung gewinnt und als Konjunkturimpuls Beschäftigung sichern sowie die Wärmewende im Bestand beschleunigen kann.
Dach-PV verliert Tempo, Speichermarkt wächst
Beim Ausbau von Dach-Photovoltaik verlor der Zubau 2025 laut Report deutlich an Tempo. Mit 6,2 Gigawatt neu installierter Leistung bis September bleibt das Niveau hoch, liegt aber deutlich unter den Rekordjahren 2023 und 2024. Der Speichermarkt legte im selben Zeitraum weiter zu: Bis September wurden rund 3 Gigawatt-Peak neu installiert, die gesamte Speicherleistung stieg dadurch auf etwa 15,6 Gigawatt.
Wärmepumpe im Bestand: Anteil bleibt klein, Wachstum dynamisch
Der Report nennt auch Daten zur Verbreitung von Wärmepumpen im Gebäudebestand: Seit 2019 hat sich der Anteil nahezu verdoppelt und lag 2024 bei 4,3 Prozent. Während Wärmepumpen im Neubau weitgehend etabliert sind, liegt die zentrale Herausforderung im deutlich größeren Bestand. Zugleich verweist der Report darauf, dass über einen Zeitraum von 25 Jahren kein anderes Heizungssystem prozentual so stark gewachsen ist wie die Wärmepumpe.
Einordnung über das Gebäudeforum klimaneutral
Der dena-Gebäudereport erscheint im Rahmen des Gebäudeforums klimaneutral, einer Anlaufstelle der dena für klimaneutrales Bauen und Sanieren in Gebäuden und Quartieren. Die Plattform richtet sich an Fachleute, stellt qualitätsgesicherte Informationen und Arbeitshilfen bereit, unterstützt Wissensaufbau zu Innovationen und macht die Energiewende im Gebäudesektor anhand von Beispielen sichtbar; getragen wird sie von einem wachsenden Fachpartnernetzwerk aus Branchenverbänden und Vertretenden aus allen Regionen Deutschlands.