DBU fördert Vakuum-Dämmung für Container

DBU fördert Vakuum-Dämmung für Container Bild: stock.adobe.com

DBU fördert Vakuum-Dämmung für Container

  • Nachhaltigkeit
  • 4 Min

Das Hamburger Startup V21 entwickelt eine Dämmung für Container, die nach dem Prinzip einer Thermoskanne funktioniert. Geplant ist eine rund drei Zentimeter dünne Dämmschicht aus Edelstahlpaneelen mit Vakuum-Kern. Sie soll für unterschiedliche Containertypen geeignet sein, darunter Kühlcontainer, Baucontainer sowie temporäre Büros und Klassenzimmer. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert die Entwicklung mit 125.000 Euro. Nach Angaben des Unternehmens könnte sich der Energiebedarf für das Heizen oder Kühlen um bis zu 60 Prozent verringern.

Vakuum-Kern soll Wärmeleitung reduzieren

Laut V21 ist die Edelstahlkonstruktion durch das Vakuum nur an den äußeren Kanten wärmeleitfähig. Das Unternehmen setzt dafür auf eine patentierte, innen hohle Konstruktion mit Edelstahlblechen, die ohne massiven wärmeleitenden Kern auskommt. Die Paneele können nach Unternehmensangaben in unterschiedlichen Formen und Größen gefertigt werden und sollen sich deshalb auch für größere Container eignen. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sieht darin ein relevantes Potenzial für den Klimaschutz, sofern solche Lösungen wirtschaftlich realisierbar sind.

Steuerbare Dämmung mit Bi-Metallen geplant

Während der DBU-Förderung arbeitet V21 auch an einer Weiterentwicklung des Systems mit Bi-Metallen. Diese Bauteile bestehen aus zwei übereinanderliegenden Metallschichten, die sich bei äußeren Impulsen unterschiedlich ausdehnen. Ziel ist es, die Wärmeleitung im Vakuum-Kern gezielt ein- und ausschalten zu können. Dafür kooperiert das Unternehmen mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz.

Weitere Anwendungen im Bau denkbar

Nach Angaben des Startups kommen perspektivisch auch weitere Einsatzfelder in Betracht, etwa die Dämmung bestehender Häuser oder der Einsatz im modularen Neubau. Für die Montage wurde laut Unternehmen eine Stecktechnik entwickelt, die ohne dauerhafte bauliche Veränderungen auskommt. Zudem sollen sich die Paneele optisch an unterschiedliche Einsatzbereiche anpassen lassen. V21 rechnet mit einer Lebensdauer von etwa 50 Jahren und sieht in der möglichen Wiederaufbereitung der Dämmung einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.