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CO2-reduzierter Kalksandstein: Xella setzt auf neue Rezeptur
Mit der novellierten europäischen Gebäuderichtlinie EPBD werden Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus Teil der Planung. Ab 2028 muss das Lebenszyklus-Treibhauspotenzial bei Neubauten mit mehr als 1.000 Quadratmetern Nutzfläche berechnet und im Energieausweis angegeben werden, ab 2030 bei allen Neubauten. Parallel bereiten die EU-Mitgliedstaaten nationale Grenzwerte vor. Damit wird für Planer bereits früh relevant, welchen Beitrag einzelne Baustoffe zum Treibhauspotenzial leisten.
Weniger Kalk durch optimierte Füllstoffe
Die Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft hat das Kalksandsteinsystem Silka XL weiterentwickelt. Ziel war es, die CO2-Emissionen der Herstellung deutlich zu senken und die technischen Eigenschaften weitgehend zu erhalten. Nach Herstellerangaben setzt Xella auf regionale Rohstoffvorkommen, Strom aus erneuerbarer Energie, einen energieeffizienteren Prozess und eine optimierte Rezeptur. Kalk trägt als Bindemittel maßgeblich zum CO2-Fußabdruck bei. Deshalb ersetzen maßgeschneiderte Füllstoffmischungen mit abgestimmten Korngrößen den bisher verwendeten Sand. Die höhere Packungsdichte soll den Bindemittelbedarf senken.
Bis zu 40 Prozent weniger CO2 in der Herstellung
Laut Hersteller sinkt der CO2-Fußabdruck von Silka CaRe in der Herstellung um bis zu 40 Prozent gegenüber Silka Solid XL 20-2,0. Die Angabe bezieht sich auf die Module A1 bis A3 und ist in der Umweltproduktdeklaration des Instituts Bauen und Umwelt dokumentiert. Die Rohdichteklasse liegt bei 2,0, die Druckfestigkeitsklasse bei 16 und die charakteristische Mauerwerksdruckfestigkeit bei 11,2 N/mm². Schall-, Brand- und Wärmeschutz bleiben nach Herstellerangaben erhalten. Der Stein ist nach DIN EN 771-2 und DIN EN 1996 geregelt und erfüllt die Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltige Gebäude (QNG).
Kalksandstein bindet CO2 in der Nutzungsphase
In der Nutzungsphase nimmt Kalksandstein durch Recarbonatisierung CO2 aus der Umgebungsluft auf und bindet einen Teil davon dauerhaft. Dazu wurden laut Hersteller in einem Forschungsprojekt 133 Proben aus Deutschland, Polen und den Niederlanden untersucht. Demnach ist Kalksandstein nach 50 Jahren zu 88 Prozent und am Ende der Nutzungsphase vollständig recarbonatisiert. Herstellung und Recarbonatisierung zusammengenommen, liegt der CO2-Fußabdruck von Silka CaRe über den Lebenszyklus nach Herstellerangaben bei rund 135 Kilogramm pro Kubikmeter.
Die Entwicklung soll weitergehen
Seit der Zugehörigkeit zur Holcim Gruppe hat Xella nach eigenen Angaben erweiterten Zugang zu mineralischen Rohstoffen und Bindemitteln. Das soll die Basis für weitere Forschung an Rezepturen und Materialkreisläufen verbreitern. Laut Geschäftsführer Dr. Dr. Thomas Hurnaus reicht es nicht, im Labor einen niedrigeren CO2-Wert zu erreichen. Die Rezeptur müsse auch die Anforderungen aus Planung und Anwendung erfüllen.