IG BAU fordert 13,5 Milliarden Euro jährlich für Sozialwohnungen

IG BAU fordert 13,5 Milliarden Euro jährlich für Sozialwohnungen Bild: stock.adobe.com

IG BAU fordert 13,5 Milliarden Euro jährlich für Sozialwohnungen

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Im vergangenen Jahr wurden bundesweit nur rund 206.000 Wohnungen fertiggestellt. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Auf ihrem 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag in Kassel hat sie ihre Forderungen verschärft. Jährlich sollen 400.000 neue Wohnungen entstehen, davon mindestens 100.000 Sozialwohnungen. Hinzu kommen mindestens 60.000 bezahlbare Wohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen. Die Nettokaltmieten sollen dort zwischen 8,50 und 12 Euro je Quadratmeter liegen.

Der Bestand an Sozialwohnungen soll sich verdoppeln

Ende 2025 gab es in Deutschland nur noch rund eine Million Sozialwohnungen. Bis 2030 soll sich der Bestand nach Vorstellung der IG BAU auf mindestens zwei Millionen verdoppeln. Dafür seien jährlich mindestens 13,5 Milliarden Euro von Bund und Ländern nötig. Für geförderte Wohnungen fordert die Gewerkschaft den Grundsatz "Einmal gefördert – immer sozial gebunden".

Gemeinwohl soll bei Grundstücken mehr zählen

Die IG BAU will den öffentlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau stärken. Dazu gehören eine Weiterentwicklung der Wohngemeinnützigkeit und bessere Förderbedingungen für Wohnungsgenossenschaften. Bei der Vergabe öffentlicher Grundstücke soll das Gemeinwohl stärker berücksichtigt werden. Kommunen sollen zusätzliche Möglichkeiten erhalten, gegen Bodenspekulation vorzugehen.

Sanierung und altersgerechter Umbau im Fokus

Energetische Sanierungen und der Ausbau von Fern- und Nahwärmenetzen sollen durch verlässliche Förderprogramme unterstützt werden. Ausdrückliches Ziel ist, Bauhandwerk und Baustoffindustrie mehr Planungssicherheit zu geben. Nach Angaben der Gewerkschaft fehlen zudem rund 2,1 Millionen altersgerechte Wohnungen. Bis 2040 müssten deshalb jährlich etwa 170.000 Wohnungen neu gebaut oder umgebaut werden. Für altersgerechte Sanierungen fordert die IG BAU zunächst mindestens 500 Millionen Euro Förderung pro Jahr.

Verlässliche Förderung ist für Betriebe entscheidend

Würden die Forderungen umgesetzt, könnten daraus erhebliche Bauleistungen für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe entstehen. Entscheidend wäre, ob die Förderprogramme langfristig und verlässlich ausgestaltet werden. Nur dann könnten Betriebe Kapazitäten, Personal und Investitionen entsprechend planen.

Quelle: www.meistertipp.de