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BDB fordert Neustart für klima- und krisenfestes Bauen
Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure hat einen Resilienz-Bauplan für Deutschland vorgelegt. In zehn Punkten beschreibt der Verband, wie Gebäude, Infrastruktur, Quartiere und Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Klimawandel, Extremwetter, Versorgungsausfälle, fragile Lieferketten und neue Bedrohungslagen werden können. Hintergrund sind extreme Temperaturen, belastete Städte, überforderte Rettungsdienste und Notaufnahmen sowie eine Verkehrsinfrastruktur am Limit.
Resilienz als Grundlage des Bauens
Nach Einschätzung des BDB sind viele Städte, Gebäude und Versorgungsstrukturen nicht ausreichend auf wachsende Belastungen vorbereitet. Resilienz dürfe daher kein Zusatzthema bleiben, sondern müsse zur Grundlage des Planens und Bauens werden. Wer heute baut, saniert oder Infrastruktur plant, entscheide über Sicherheit, Versorgung und Lebensqualität der kommenden Jahrzehnte.
Bestand als Ressource nutzen
Der Verband fordert, den Gebäudebestand stärker einzubeziehen. Leerstände und bestehende Strukturen könnten Neubau, Flächenverbrauch und Abhängigkeiten reduzieren. Dafür brauche es ein öffentlich einsehbares Ressourcenkataster, digitale Gebäudepässe und vergleichbare Lebenszyklusanalysen mit konkretem Emissionsminderungspfad.
Soziale Dimension krisenfester Planung
Krisenfestes Bauen umfasst nach Ansicht des BDB auch soziale Fragen. Öffentliche Gebäude, kritische Infrastrukturen und Freiräume müssen im Alltag funktionieren und im Krisenfall Schutz, Kühlung und Versorgung bieten. Besondere Bedeutung haben dabei vulnerable Gruppen sowie sensible Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und Altersheime.
Verfahren und Zuständigkeiten klären
Damit resiliente Planung in der Praxis umgesetzt werden kann, fordert der BDB klare Daten, klare Regeln und klare Zuständigkeiten. Zudem spricht sich der Verband für vereinfachte Verfahren, multifunktionale Nutzungskonzepte und eine faire Vergütung neuer Planungsanforderungen aus. Dazu zählen Klimarisikoanalysen und Anpassungskonzepte.
Beitrag zu neuer Vorsorgekultur
Der BDB versteht seinen Resilienz-Bauplan als Beitrag zu einer neuen Vorsorgekultur im Planen und Bauen. Ziel ist eine gebaute Umwelt, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch robuster, anpassungsfähiger und sozial verlässlicher wird. Der Verband richtet seine Forderungen an Politik, Kommunen, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft.