Neuer Grenzwert erhöht Druck beim Walzasphalteinbau

Neuer Grenzwert erhöht Druck beim Walzasphalteinbau Bild: stock.adobe.com

Neuer Grenzwert erhöht Druck beim Walzasphalteinbau

  • Straßenbau
  • 3 Min

Beim Einbau von Walzasphalt gelten ab dem 1. Januar 2027 strengere Anforderungen an den Gesundheitsschutz. Dann greift ein neuer Arbeitsplatzgrenzwert von 1,5 Milligramm pro Kubikmeter für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen. Für Straßenbauunternehmen bedeutet das, bestehende Arbeitsverfahren und Schutzmaßnahmen zu überprüfen.

Belastung durch hohe Temperaturen

Dämpfe und Aerosole entstehen vor allem durch die hohen Temperaturen bei der Verarbeitung von Asphalt. Sie können insbesondere Augen und Atemwege reizen. Orientierung bietet die aktualisierte Branchenlösung Bitumen beim Heißeinbau von Walzasphalt der BG Bau, die vom Koordinierungsausschuss Bitumen im Walz- und Gussasphaltbau erarbeitet wurde.

Temperaturabgesenkter Asphalt im Fokus

Eine zentrale Maßnahme ist der Einsatz temperaturabgesenkter Asphalte. Dadurch lassen sich Emissionen bereits während der Verarbeitung verringern. Zusätzlich empfiehlt die Branchenlösung, auf mineralölbasierte Trennmittel zu verzichten und Asphaltstraßenfertiger mit Absaugung einzusetzen.

Gefährdungsbeurteilung bleibt wichtig

Technische Maßnahmen allein reichen jedoch nicht aus. Ergänzend sieht das Schutzkonzept organisatorische und personenbezogene Maßnahmen vor. Dazu zählen eine geeignete Planung der Arbeitsabläufe, arbeitsmedizinische Vorsorge und persönliche Schutzausrüstung. Für die Umsetzung stellt die Branchenlösung Vorlagen für Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung bereit.

Mehr Handlungssicherheit für Betriebe

Die neue Branchenlösung beschreibt den aktuellen Stand der Technik und ersetzt die bisherige Fassung, die Walz- und Gussasphalt gemeinsam behandelte. Beteiligt waren neben der BG Bau unter anderem IG Bau, HDB, ZDB, BVMB, DAV und VDMA. Straßenbauunternehmen erhalten damit rechtzeitig vor Inkrafttreten des Grenzwerts eine praxiserprobte Grundlage für den Gesundheitsschutz.

Quelle: www.meistertipp.de

  • Cordula Kiefer