Niedrigwasser erhöht Kostenrisiken für Bauprojekte

Niedrigwasser erhöht Kostenrisiken für Bauprojekte Bild: stock.adobe.com

Niedrigwasser erhöht Kostenrisiken für Bauprojekte

  • Hochbau
  • 4 Min

Das Niedrigwasser im Rhein und an anderen Flüssen wirkt sich zunehmend auf die Baubranche aus. Da Transportschiffe weniger laden können, verzögern sich Lieferungen und Transportkosten steigen. Besonders betroffen sind Baustoffe, die in großen Mengen per Schiff bewegt werden, darunter Sand, Kies, Bitumen, Split, Natursteine sowie Brenn- und Kraftstoffe.

Baustoffe werden knapper

Nach Einschätzung des Verbands Baugewerblicher Unternehmer Hessen können längere Lieferzeiten bereits Bauprojekte wie Mehrfamilienhäuser oder Schulen beeinträchtigen. Sand und Kies, die häufig per Schiff zu Betonwerken gelangen, werden knapper und damit teurer. Der Preisanstieg sei bislang noch überschaubar, treffe jedoch auf ohnehin hohe Material- und Transportkosten.

Bauindustrie warnt vor Engpässen

Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sieht wachsende Risiken. Lieferanten hätten erste Engpässe für Baustoffe angekündigt, falls die Niedrigwasserlage länger anhält. Im Extremfall müssten zusätzliche Schiffe eingesetzt oder Transporte auf Schiene und Straße verlagert werden. Das sei jedoch nur begrenzt möglich und meist deutlich teurer.

Risiko für Verzögerungen steigt

Flächendeckende Baustellenstillstände erwartet die Branche derzeit nicht. Je länger die Niedrigwasserphase anhält, desto größer wird jedoch das Risiko für höhere Material- und Logistikkosten sowie Verzögerungen im Bauablauf. Besonders im ohnehin angespannten Wohnungsbau könnten zusätzliche Kosten die Wirtschaftlichkeit weiterer Projekte belasten.

Nachhaltigkeit als langfristiger Hebel

Der Verband Baugewerblicher Unternehmer Hessen sieht mehr Umbau statt Abriss, die Umnutzung leerer Büros und den stärkeren Einsatz recycelter Baustoffe als mögliche Ansätze gegen steigende Kosten. Rechtliche Hürden und geringe Nachfrage erschweren den breiteren Einsatz jedoch. Die öffentliche Hand könnte nach Einschätzung des Verbands durch Ausschreibungen für Recycling-Baustoffe stärker vorangehen.

Infrastruktur der Wasserstraßen im Blick

Der HDB sieht nachhaltiges Bauen ebenfalls als wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz, aber nicht als kurzfristige Antwort auf aktuelle Transportprobleme. Zudem seien auch Recycling-Baustoffe von erschwerten Transportbedingungen betroffen. Als strukturelle Maßnahme fordert der Verband, Engstellen am Mittelrhein gezielt zu beseitigen, um Transportkapazität und Planbarkeit der Binnenschifffahrt bei niedrigen Wasserständen zu verbessern.