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Bahnstrecke Hamburg–Berlin: Verzögerungen bei Sanierung
Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten an der Bahnstrecke Hamburg–Berlin stoßen in der Politik auf Empörung und Unverständnis. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder forderte die Deutsche Bahn auf, schnellstmöglich ein belastbares Konzept vorzulegen, damit die wichtige Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder in Betrieb gehen kann. Zuvor hatte der bundeseigene Konzern kurzfristig mitgeteilt, den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April wegen Winterwetters mit Frost und Schnee nicht einhalten zu können. Wann auf der Strecke wieder Züge fahren können, will die Bahn am noch im März mitteilen. Kurz darauf erklärte das Unternehmen, es gehe um eine Verzögerung von wenigen Wochen und nicht von Monaten.
Frost und Schnee bremsen Bauarbeiten
Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen die Arbeiten seit sechs Wochen in Verzug. Grund seien Frost und Schnee, die Kabeltiefbauarbeiten für Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich machten. Auch Arbeiten an den Oberleitungen gestalteten sich wegen der Kälte schwierig. Die Lage habe in den vergangenen Tagen neu bewertet werden müssen, die Öffentlichkeit sei anschließend umgehend informiert worden.
Sanierungskonzept gerät unter Druck
Die Generalsanierungen von rund 40 Strecken sollten ursprünglich ein zentraler Schritt im Kampf gegen marode Infrastruktur und unpünktliche Züge sein. Das Konzept sieht vor, wichtige Strecken jeweils rund ein halbes Jahr voll zu sperren und grundlegend zu sanieren. Die langen Vollsperrungen galten zwar als Belastung für Fahrgäste, sollten aber durch die Aussicht auf einen reibungsloseren Verkehr nach Abschluss der Bauarbeiten gerechtfertigt werden. Inzwischen hat das Konzept jedoch an Zustimmung verloren.
Zeitplan bis 2036 gestreckt
Ursprünglich war vorgesehen, die mehr als 40 Generalsanierungen bis 2031 abzuschließen. Inzwischen wurde der Zeitplan bis 2036 verlängert, um das Netz nicht durch zu viele gleichzeitige Sanierungen zusätzlich zu belasten. In der Bahnbranche wurde diese zeitliche Streckung positiv aufgenommen. Die aktuellen Verzögerungen auf der Strecke Hamburg–Berlin verstärken jedoch die Diskussion über Planung, Kommunikation und Umsetzung der Sanierungen.