Bild: stock.adobe.com
Ankerorte als Schlüssel der kommunalen Digitalisierung
Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik zeigt, welche Rolle sogenannte Ankerorte des digitalen Wandels für die kommunale Digitalisierung spielen können. Gemeint sind unter anderem Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten. Diese Orte verbinden Information, Beteiligung und digitale Bildung und sollen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, an der digitalen Stadtentwicklung mitzuwirken. In die Untersuchung flossen Erfahrungen aus mehr als 50 Ankerorten ein, die Teil des Bundesförderprogramms Modellprojekte Smart Cities sind.
Fünf Typen mit unterschiedlichen Funktionen
Das Forschungsteam unterscheidet fünf Grundtypen solcher Ankerorte: Informations- und Beteiligungsorte, Räume für digitale Bildung, Technikwerkstätten und Makerspaces, ko-kreative Labore für Transformation sowie Plattformen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. Für jeden Typ beschreibt die Studie Ziele, Zielgruppen, Formate und Kooperationsmodelle. Kommunen sollen so prüfen können, welches Modell zu ihren Zielen passt und wie sich unterschiedliche Funktionen kombinieren lassen.
Praxisbeispiele aus Stadt und Land
Anhand konkreter Beispiele zeigt die Studie unterschiedliche Ansätze. In Soest bringt ein Stadtlabor Smart-City-Projekte in die Fußgängerzone und lädt zur Beteiligung ein. In Süderbrarup stärkt ein Digitalzentrum die digitalen Kompetenzen im ländlichen Raum und wird durch einen mobilen Bildungsbus ergänzt. In Mayen-Koblenz vermittelt ein Makerspace MINT-Kompetenzen durch praktisches Arbeiten. Nach Einschätzung der Studie entscheiden vor allem Lage, Profil und Kooperationen über Reichweite und Wirkung solcher Angebote.
Verstetigung als zentrale Aufgabe
Die Studie befasst sich auch mit Fragen der Standortwahl, Organisationsform, Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie mit der Finanzierung nach Ende der Förderung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass erfolgreiche Ankerorte nicht als Einzelprojekte verstanden werden sollten, sondern als neue kommunale Infrastrukturen der digitalen Daseinsvorsorge. Gerade für Kommunen, die ihre Smart-City-Strategien weiterentwickeln oder verstetigen wollen, soll die Untersuchung eine praxisnahe Entscheidungs- und Planungshilfe bieten.