AIV sieht Berlins Wohnungsproblem auch als Verteilungsfrage

AIV sieht Berlins Wohnungsproblem auch als Verteilungsfrage Bild: stock.adobe.com

AIV sieht Berlins Wohnungsproblem auch als Verteilungsfrage

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Der Berliner Wohnungsmarkt bleibt trotz Neubauzielen, politischer Debatten und leicht wachsender Bautätigkeit angespannt. Nach Einschätzung des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg liegt die Ursache nicht allein in einem absoluten Mangel an Wohnraum. Der Verband sieht vor allem strukturelle Fehlentwicklungen und eine ungleiche Verteilung vorhandener Wohnflächen.

Steigender Flächenverbrauch pro Kopf

Der AIV verweist darauf, dass der Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch seit Jahren steigt. Gleichzeitig finden viele junge Menschen und Familien kaum noch bezahlbare Wohnungen. Aus Sicht des Verbands wird die Wohnungsfrage damit auch zu einer Frage der Generationengerechtigkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Demografie verschärft die Lage

Ein wesentlicher Faktor ist nach Einschätzung des AIV die demografische Entwicklung. Viele ältere Berliner bleiben aus nachvollziehbaren Gründen in großen Wohnungen, während kleinere Haushalte und Familien kaum passende Wohnungen finden. Zusätzlich entzieht die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen dem Markt weiteren Wohnraum.

Ungleiche Bautätigkeit in den Bezirken

Kritisch bewertet der Verband auch die ungleiche Neubautätigkeit in den Berliner Bezirken. Während einige Bezirke stark wachsen, stagnieren oder schrumpfen andere. Nach Angaben des AIV wandern jährlich rund 15.000 Menschen aus Berlin nach Brandenburg ab. Damit verliere die Stadt Steuerzahler und erzeuge zusätzliche Verkehrs- und Infrastrukturprobleme.

Mehr Dichte und verbindliche Ziele gefordert

Der AIV fordert eine gleichmäßigere Beteiligung aller Bezirke am Wohnungsbau und verbindliche Zielvorgaben. In geeigneten Lagen sollten höhere bauliche Dichten ermöglicht werden, etwa durch eine Anhebung der Geschossflächenzahl. Außerdem müssten landeseigene Grundstücke konsequenter für den Wohnungsbau genutzt werden, auch in Randbereichen von Kleingartenanlagen oder auf bereits erschlossenen Flächen.

Politischer Mut zu Kompromissen

Aus Sicht des Verbands braucht Berlin klare politische Entscheidungen und mehr Bereitschaft zu Veränderungen im eigenen Umfeld. Die Wohnungsbaupolitik dürfe nicht von Partikularinteressen bestimmt werden. Für den Herbst plant der AIV eine Veranstaltungsreihe zur Berliner Wohnungsfrage.