Widerstand gegen Ausbau der A59 in Duisburg wächst

Widerstand gegen Ausbau der A59 in Duisburg wächst Bild: stock.adobe.com

Widerstand gegen Ausbau der A59 in Duisburg wächst

  • Straßenbau
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In Duisburg formiert sich erheblicher Widerstand gegen die Ausbaupläne des Bundes für die A59. Vertreter nahezu aller Ratsfraktionen stellten sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Sören Link gegen die vorgesehene sechsspurige Trasse in teilweiser Hochlage. Aus Sicht der Stadt würde der Ausbau eine bis zu 50 Meter breite Schneise durch das Stadtgebiet schlagen und zahlreiche Anwohner stark belasten. Kritisch gesehen werden vor allem die städtebaulichen Folgen, zusätzliche Lärmbelastungen und massive Eingriffe in das Wohnumfeld.

Tunnel statt Schneise durch die Stadt

Die Stadt fordert deshalb eine Tunnellösung. Nach Auffassung der Stadtspitze ließe sich damit die Belastung für die angrenzenden Quartiere deutlich reduzieren. Oberbürgermeister Link verweist unter anderem darauf, dass hohe Schallschutzwände in Verbindung mit der Hochlage dazu führen könnten, dass Anwohner nur noch wenige Stunden täglich Sonnenlicht erhalten. Sollte der Bund an der bisherigen Planung festhalten, zieht die Stadt rechtliche Schritte in Betracht.

Autobahn GmbH verweist auf Kosten und Bauzeit

Die Autobahn GmbH lehnt die Tunnellösung bisher ab. Als Hauptgründe nennt sie deutlich höhere Kosten und eine längere Bauzeit. Nach ihren Angaben würde ein Tunnel rund 2,3 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Zudem verweist sie auf eine Machbarkeitsstudie, wonach der geforderte Tunnel für Gefahrgut- und Schwerverkehr nicht nutzbar wäre. Diese Einschätzung wird auf kommunaler Seite zurückgewiesen. Dort wird argumentiert, dass es bundesweit zahlreiche Tunnel mit vergleichbaren Anforderungen gibt.

Brückenneubau beginnt, Streit um Gesamtausbau bleibt

Unstrittig ist bislang nur der Neubau einer maroden A59-Brücke, der mit einem symbolischen Spatenstich begonnen wurde. Der langfristig geplante Ausbau über 6,7 Kilometer bleibt dagegen hoch umkämpft. Besonders im Stadtteil Meiderich wächst der Protest. Dort befürchten viele Anwohner eine bis zu 46 Meter breite Autobahn unmittelbar an der Bebauung. Der Konflikt um die A59 entwickelt sich damit immer stärker zu einer Grundsatzfrage zwischen Verkehrsausbau, Stadtentwicklung und Lebensqualität.