Bild: stock.adobe.com
Handwerk gerät konjunkturell stärker unter Druck
Im Handwerk verdichten sich die Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung. Sinkende Umsätze, kleinere Auftragspolster und eine rückläufige Auslastung zeigen, dass die Nachfrage in vielen Bereichen nachlässt. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fällt deutlich schlechter aus als vor einem Jahr. Gleichzeitig trüben sich die Erwartungen der Betriebe weiter ein. Damit wächst das Risiko, dass aus der wirtschaftlichen Unsicherheit eine breitere Investitions- und Beschäftigungszurückhaltung wird.
Iran-Krieg belastet Energiepreise und Lieferketten
Zusätzlichen Druck erzeugen die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Die Lage am Persischen Golf treibt die Energiepreise an den Rohstoffmärkten nach oben und verschärft die Unsicherheit in den Lieferketten. Für zahlreiche Vorprodukte und Materialien, die auch für handwerkliche Leistungen in Deutschland wichtig sind, steht die Verfügbarkeit in den kommenden Monaten unter Vorbehalt. Damit steigen die Risiken für Preisanpassungen, Verzögerungen bei der Ausführung und längere Wartezeiten bei nicht kurzfristig ersetzbaren Gütern.
Betriebe reagieren zurückhaltender
Die schwächere Konjunktur wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt im Handwerk aus. Die saisonal im Winter ohnehin geringere Nachfrage nach Beschäftigten wird zusätzlich durch die anhaltende Flaute verstärkt. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel den Fachkräftemangel, weil viele offene Stellen nicht mit ausreichend qualifizierten Arbeitskräften besetzt werden können. Für die Betriebe entsteht dadurch ein doppelter Druck aus sinkender Nachfrage und strukturell knappen Personalressourcen.
Reformdruck auf die Politik wächst
Mit der Eintrübung der Lage wächst auch der Druck auf die Bundesregierung, angekündigte Reformen zügig umzusetzen. Aus Sicht des Handwerks sind vor allem Entlastungen bei Steuern und Abgaben, geringere Sozialabgaben, Investitionsanreize und spürbarer Bürokratieabbau notwendig. Hohe Energiepreise, eine im internationalen Vergleich hohe Abgabenlast und wachsende regulatorische Anforderungen gelten als zentrale Belastungsfaktoren für den Standort. Ohne wachstumsfördernde Impulse droht eine schleichende Erosion der betrieblichen Substanz.